Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

A n g e l n  -  E n t s p a n n e n  -  H e g e n  -  S c h ü t z e n  -  P f l e g e n

Zehnfusskrebse
(Decapoda)
Systematik

Stamm       : Athropoda (Gliederfüßer)
Klasse        :Crustacea (Krebstiere)
Unterklasse: Malacostraca (höhere Krebse)
Ordnung     : Decapoda (Zehnfusskrebse)

Merkmale Krebse
  • äußere Schale = Panzer/Außenskelett => harte Einzelteile die durch weiche Membranen miteinander verbunden sind und dadurch beweglich bleiben

  • funktionale Einheiten:
    Kopf - Brust: Cepahalothorax
    Hinterleib: Abdomen
    Carapax = Panzer: überdeckt Kopf und Rücken

  • besitzen 5 gepanzerte Beinpaare => ersten drei Paare als Scheren ausgebildet

  • Geschmacks- und Geruchszellen in langen Antennen + Mundwerkzeugen

  • Komplexaugen auf Stielen ermöglichen Sicht nach allen Seiten

  • häutet sich zum Wachsen => frisch gehäuteter Krebs = Butterkrebs => Panzer härtet langsam aus

  • Kalk zur Panzerbildung kommt aus Magensteinen (Gastrolithen)

  • Hämolymphe (=Krebsblut) liegt frei im Körper (keine Adern) und umspült Organe => Gefahr des Ausblutens bei Verletzungen

  • Verlorene Gliedmaßen wachsen wieder nach, erreichen aber nicht mehr Orginalgröße

  • ♂ mit Begattungsgriffel auf Bauchseite (dadurch Geschlechterunterscheidung möglich! => nur bei Männchen) => drehen bei Paarung Weibchen auf Rücken und kleben ihr Samenpacket (Spermatophor) an den Unterleib

  • ♀ trägt befruchtete Eier auf der Unterseite des Hinterleibs bis zum Schlüpfen mit sich

Bestimmungsschlüssel

Fluss-, Stein- und Dohlenkrebs sind die drei natürlich in Deutschland vorkommenden Krebsarten. Während der Dohlenkrebs nur im Südwesten Deutschlands (Schwarzwald) vorkommt, besiedelten Stein- und Flusskrebs Deutschland früher flächendeckend. Flusskrebse konzentrierten sich hauptsächlich in kleinen und großen Flüssen, der kleinwüchsigere Steinkrebs bevorzugte dagegen die kühleren Bäche, wo er heute noch selbst in kleinsten Wasserläufen unter geeigneter Deckung zu finden ist. Bis ins 19.Jahrhundert waren die Krebsbestände überall in unseren Gewässern sehr gut, bis mit zunehmender Wasserverschmutzung durch die Industrialisierung die Bestände langsam einbrachen. Da vor allem der Flusskrebs schon früher eine begehrte und relativ einfach zu beschaffende Mahlzeit darstellte, versuchte man um 1860 die Bestandseinbrüche durch importierte Flusskrebsarten aus Nordamerika zu kompensieren. Die Konsequenzen dieses Import waren fatal: als resistenter Träger einer tödlichen Seuche (Krebspest: Erreger ist ein Pilz namens Aphanomyces astaci) vernichteten die importierten Krebse die letzten Bestände der heimischen Krebspopulationen, so dass heute so gut wie keine natürlichen Vorkommen an Flusskrebsen in Fließgewässern mehr vorhanden sind. Lediglich in isolierten Weihern und Seen sind noch überlebende Populationen der einst mächtigen Populationen von europäischen Flusskrebsen zu finden. Steinkrebse wurden durch die Neuankömmlinge bis zu den kühlen, Quelloberläufe zurückgedrängt, die die amerikanische Arten meistens mieden. Aus diesem Grund finden sich heute noch relativ gute Restbestände in den Oberläufen kleinerer bis mittlerer Bäche.
Die großen Flüsse wie Rhein, Donau und Neckar werden heute fast ausnahmslos von dem amerikanischen Kamberkrebs (Orconectes limosus) besiedelt. Dieser meidet sommerkalte Gewässer, was erklärt, warum man ihn nicht in Bächen findet, in die er einwandern kann. In größeren Bächen breitet sich zur Zeit immer mehr der amerikanische Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) aus. Kühle Wassertemperaturen scheinen für ihn im Gegensatz zum Kamberkrebs keine Barriere zu sein, was erklärt, warum man ihn selbst in kleinsten, quellnahen Nebengewässern findet. Da die physikalische Barriere Wassertemperatur dieser Art nichts ausmacht, geht von ihm ein besonderes Gefahrenpotential für die letzten, überlebenden Restpopulationen der Steinkrebse aus. Als äußerst aggressive Art und Überträger der Krebspest macht er den Steinkrebsen ihr Habitat streitig. Deshalb ist es unerlässlich, die Krebsarten eines Gewässers genau zu kennen, um für entsprechenden Schutz zu sorgen. (Bestimmungsschlüssel)

Edelkrebs
(Astacus astacus)
Steinkrebs
(Austropotamobius torrentium)
Dohlenkrebs
(Austropotamobius pallipes)
Galizierkrebs
(Astacus leptodactylus)
Kamberkrebs
(Orconectes limosus)
Signalkrebs
(Pacifastacus leniusculus)
Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
(Procambarus clarkii)
Süsswassergarnele
(Atyaephyra desmaresti)

Krebsfang

Der Krebsfang wird mittels Krebstellern oder -reusen ausgeführt. Dazu werden z.B. tote Fische in die Reuse /Teller befestigt und diese dann im Gewässer versenkt.  Nach einer gewissen Zeit wird die Reuse/Teller gezogen und im günstigsten Fall finden sich dann Krebse darin...


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