Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

A n g e l n  -  E n t s p a n n e n  -  H e g e n  -  S c h ü t z e n  -  P f l e g e n

:::Fisch des Jahres:::
Letzte Änderung: 07.11.2010

Listinus Toplisten Es begann 1971 mit dem "Vogel des Jahres". Dann folgten die "Blume des Jahres" (1980) und das "Biotop des Jahres" (1988). Heute werden über 11 "Objekte des Jahres" jährlich oder alle zwei Jahre von verschiedenen Gremien ausgewählt und über Presse und Aktionen der Bevölkerung vorgestellt. Als "Fisch des Jahres" werden vom VDSF jährlich Arten ausersehen, deren Bestand infolge schädigender Einflüsse auf die Gewässer oder aus anderen Gründen stark beeinträchtigt oder gar vom Aussterben bedroht sind. Von 1984 bis 1990 wurden die Arten von der Petri Stiftung vergeben. Die Kandidaten von 1984 bis dato sollen hier kurz vorgestellt werden...

2011
- Äsche -
2010
- Karausche -
2009
- Aal -
2008
- Bitterling -
2007
- Schleie -
2006
- Mühlkoppe -
2005
- Bachforelle -
2004
- Maifisch -
2003
- Barbe -
2002
- Quappe -
2001
- Stör -
2000
- Lachs -
1999
Nordseeschnäpel
1998
- Strömer -
1997
- Äsche -
1996
- Meerforelle -
1995
- Aal -
1994
- Nase -
1993
- Dorsch -
1992
- Lachs -
1991
- Elritze -
 1990
- Bachforelle -
1989
- Mühlkoppe -
1988
Bachneunauge
1987 Schlammpeiztger 1986
- Schneider -
1985
- Bitterling -
1984
-Bachschmerle-

2011 und 1997: Die Äsche
(
Thymallus thymallus, L.)

AescheDer Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die Äsche zum Fisch des Jahres 2011 gewählt. Die Äsche gehört zu den schönsten Fischen unserer Flüsse. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres soll auf die Gefährdung ihrer Bestände in unseren heimischen Gewässern und auch auf die Beseitigung der Ursachen hingewiesen werden.
Die Äsche reagiert von allen einheimischen Fischen mit am empfindlichsten auf Umweltverschmutzungen. Sie gehört zu den Ersten, die sich von verschlechternder Wasserqualität vertreiben lässt. Die Äschenbestände wurden vor 20 bis 30 Jahren durch die zunehmende Gewässerverschmutzung stark beeinträchtigt. Dank der großen Anstrengungen zur Reinhaltung der Gewässer ist inzwischen diesbezüglich Besserung eingetreten, was aber nicht heißt, dass für die Äsche bereits Entwarnung gegeben werden kann.
Der derzeit maßgebliche Grund für den Bestandsrückgang in zahlreichen Äschepopulationen sind die europaweit immer noch ansteigenden Kormoranbestände. Kormorane erbeuten Äschen, wie vielfach angenommen wird, keineswegs nur in naturfernen Gewässerstrecken, sondern richteten insbesondere auch in den Äschenbeständen sehr naturnaher und natürlicher Gewässern verheerende Schäden an. Die Laichzeit der Äsche fällt zudem mit dem winterlichen Aufenthalt der Kormorane in Deutschland zusammen. Da sich die Laichplätze der Äsche über den natürlicherweise deckungslosen flachen Kiesbänken befinden, sind sie während des Laichens eine leichte Beute.
Die Äsche ist ein Standfisch in kühlen, klaren, schnellfließenden größeren Bächen (ab 5-6 m Breite) und kleineren Flüssen. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Äschenregion. Das Verbreitungsgebiet der Äsche erstreckt sich über fast ganz Europa. Sie fehlt in Spanien, Süditalien, Irland und in den meisten Flüssen der norddeutschen Tiefebene.
Die Äsche gehört zur Familie der Lachsfische (Salmoniden). Sie hat einen mäßig langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Der Kopf ist klein und besitzt eine spitze Schnauze. Der Rücken ist graugrün oder bläulichgrau, Flanken und Bauch silberweiß bis messingfarben gefärbt. Besonders auffällig ist die große Rückenflosse beim Männchen. Sie wird auch als Fahne bezeichnet und dient dazu in der Laichzeit die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen. Das Gewicht einer ausgewachsenen Äsche kann bis zu 1,5 kg betragen, bei einer Länge von 50cm. In seltenen Fällen werden Äschen 70cm lang und bis zu 3 kg schwer.
Die Äsche ist ein ausgesprochener Kleintierfresser (Insekten, Bachflohkrebse). Größere Exemplare fressen gelegentlich auch Kleinfische (z.B. Elritzen). Zur Vermehrung (März/April) sucht die Äsche in ihrer direkten Umgebung geeignete Laichplätze mit Sand-Kies-Sedimenten auf. weiter zunehmende Fraßdruck durch Massenauftreten von Kormoranen, haben europaweit den Äschenbeständen arg zugesetzt. Aus diesem Grund sollten die in den letzten Jahren begonnenen Renaturierungsmaßnahmen unserer Flüsse weiter vorangetrieben werden und Möglichkeiten zur Reduktion von Stauraumspülungen und Schwallbetrieb, der periodisch weite Kiesflächen der Flüsse trockenlegt, gefunden werden. Denn nur in ökologisch funktionierenden Flusslebensräumen wird es langfristig möglich sein, die Äsche, als ein wichtiges Element unserer heimischen Tierwelt, zu schützen und zu erhalten. Die noch vorhandenen guten Äschenbestände in verbliebenen gut strukturierten, naturnahen Gewässern müssen jedoch insbesondere vor dem anhaltend hohen Fraßdruck der Kormorane bewahrt werden, da eine Widerbesiedlung anderer Gewässerbereiche nur aus diesen Restbeständen heraus erfolgen kann. Die Äsche wurde bereits 1997 zum Fisch des Jahres gewählt - siehe hier.
(siehe auch: Fischlexikon)

V. i. S. d. P. Verband Deutscher Sportfischer e. V. Peter Mohnert Präsident
Offenbach, den 15.10.2010
Foto: Andreas Hartl

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2010: Die Karausche
(
Carassius carassius, L.)

Gemeinsame Aktion in Deutschland und Österreich - Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die Karausche zum Fisch des Jahres 2010 gewählt. Damit soll ein wenig bekannter, aber dennoch interessanter Fisch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zudem soll darauf hingewiesen werden, dass die Karausche durch Gefährdung und Verlust ihrer Lebensräume in unseren heimischen Gewässern immer seltener wird.
Die Karausche ist eine äußerst genügsame und robuste Fischart. Bevorzugt lebt sie in kleinen, pflanzenreichen und stehenden Gewässern, kann aber auch in Flüssen mit geringer Strömungsgeschwindigkeit und im Brackwasser vorkommen. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit ist sie selbst in kleinsten, sauerstoffarmen und verschlammten Dorftümpeln zu finden. Wenn das Gewässer austrocknet, kann sich die Karausche im Schlamm vergraben und einige Tage überleben. Sie kann bis zu fünf Tage ohne Sauerstoff auskommen und gilt deshalb im Tierreich als „Meister im Luftanhalten“.
Über den Winter verfällt die Karausche, eingegraben im Schlamm, in eine Art Winterstarre und kann sogar vom Eis eingeschlossen überleben. Ihr Stoffwechsel ist dann deutlich eingeschränkt. Sobald die Temperaturen steigen erwacht die Karausche wieder zum Leben.
Die Karausche gehört zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae). Sie hat einen gedrungenen, hochrückigen Körper und ein kleines, endständiges Maul. Die Färbung ist grau über grünlich bis zu messinggelb. Sie ist leicht mit einem jungen Karpfen zu verwechseln, hat aber im Gegensatz zu diesem keine Barteln. Leicht zu verwechseln ist sie mit dem ebenfalls zu den Karpfenfischen gehörenden Giebel. Die mittleren Größen liegen bei 20 bis 35 cm, wobei auch eine Länge von 50 cm und ein Gewicht von mehr als 3 kg möglich sind.
Karauschen ernähren sich von Kleintieren aller Art, wie z.B. Zuckmückenlarven, Wasserflöhen, Würmern und Schlammschnecken sowie pflanzlichen Stoffen. Die Geschlechtsreife tritt meist im dritten bis vierten Lebensjahr und bei einer Länge von 10 bis 15 cm ein. Die Karausche ist ein Sommerlaicher. Von Mai bis Juli heften die Weibchen 150.000 bis 300.000 klebrige, 1 bis 1,5 mm große Eier portionsweise an Wasserpflanzen. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach drei bis sieben Tagen. Nach drei bis vier Jahren werden sie mit einer Länge von etwa 8 bis 15 Zentimeter geschlechtsreif.
Die Karausche ist heute über nahezu ganz Europa verbreitet und fehlt nur in Spanien, Mittel- und Süditalien sowie in Nordfinnland. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist nicht genau nachweisbar und liegt vermutlich in Osteuropa und Asien.
In unseren heimischen Gewässern ist in den vergangenen Jahren ein starker Rückgang der Karausche zu beobachten. Regional, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, gilt sie als stark gefährdete Art, in Bayern steht sie auf der Vorwarnliste. Die Ursachen hierfür liegen in erster Linie in der Veränderung ihres Lebensraumes durch Ufer- und Querverbauungen, Regulierungsmaßnahmen oder Schadstoffbelastungen, wovon natürlich auch alle anderen Fischarten betroffen sind.
Die Karausche bevorzugt dicht verwachsene kleine Auengewässer, die gelegentlich überflutet werden. Der Verbau von flachen Uferzonen wirkt sich daher besonders nachteilig auf die Bestände aus. Besonders für die Karausche ist es daher wichtig mehr Überschwemmungsgebiete zu schaffen damit sie sich wieder in kleinen Auentümpeln ausbreiten kann.
Schutz und Wiederherstellung des natürlichen Lebensraums kommen übrigens nicht nur der Karausche zugute, sondern sichern vielen verschiedenen Arten, die durch menschliche Eingriffe in die Gewässerstrukturen in ihrem Fortbestand gefährdet sind, das Überleben.
(siehe auch: Fischlexikon)

V. i. S. d. P. Verband Deutscher Sportfischer e. V. Peter Mohnert Präsident
Offenbach, den 16.10.2008
Foto: Wolfgang Hauer

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2009 & 1995: Der Aal
(Anguilla anguilla, L.)

Gemeinsame Aktion in Deutschland, Österreich und Schweiz: Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben den Aal zum Fisch des Jahres 2009 gewählt. Erstmalig hat sich an der gemeinsamen Aktion auch der Schweizerische Fischereiverband (SFV) beteiligt.
Mit dieser Wahl soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Bestände des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) fast im gesamten Verbreitungsgebiet erheblich zurückgegangen sind und dass es gilt, diesen außergewöhnlichen und einzigartigen Fisch besser zu schützen. Der Aal ist mit seinem schlangenförmigen und langgestreckten Körper unverwechselbar. Er lebt auf dem Grund unter Steinen, im Schlamm oder in Spalten und ernährt sich vorwiegend von Würmern, (Klein-)Krebsen, Insektenlarven, Fischlaich, aber auch von Fischen. Die Gründe für den Bestandrückgang sind vielfältig und bisher nicht ausreichend geklärt. Als Ursachen werden natürliche und anthropogene, d.h. vom Menschen verursachte Faktoren in der ozeanischen und kontinentalen Lebensphase der Aale vermutet, denen sie im Zusammenhang mit Ihrem Wanderverhalten ausgesetzt sind. Aale schlüpfen im Atlantik, in der Sargassosee nahe den Bahamas. Mit dem Golfstrom werden die Larven östlich verdriftet und nach etwa drei Jahren erreichen sie die europäischen Küsten. Umgewandelt zu Glasaalen, wandern die jungen Aale dann in die Flußmündungen ein, steigen in den Flüssen auf und gelangen auch in Seen. Hier wachsen sie dann innerhalb von sechs bis zwölf Jahren als Gelbaale zur Geschlechtsreife heran. Zur Fortpflanzung wandern sie, nun Blankaale genannt, wieder tausende Kilometer zurück in die Sargassosee, wo sie geschlüpft waren. Dort laichen die Aale ab und sterben. Das Vorkommen des Europäischen Flussaals erstreckt sich über die Atlantische Küste Nordafrikas und Europas (inklusive Nordsee, Ostsee und Mittelmeer). Für den dramatischen Bestandsrückgang gibt es ein ganzes Bündel von Ursachen. Da der Aal ein Wanderfisch ist, spielt die Verbauung der Gewässer durch Wasserkraftwerke eine große Rolle, welche für ihn oftmals eine unüberwindbare Barriere darstellt. Vielfach bleibt ihm auf seiner Rückwanderung oftmals nur der Weg durch den Turbinenschacht. Abhängig vom Turbinentyp wird der Aal dabei oft getötet oder schwer verletzt. Auch die weltweite Nachfrage nach Aal bringt die Fische in Bedrängnis – vor allem der Fang von Glasaalen. Der Wegfang der Glasaale und die direkte Verarbeitung zu Fischkonserven vor allem in Frankreich, Portugal und Spanien, hat zur Dezimierung beigetragen. Ebenso wie der Export der Glasaale nach Fernost für die Aalmast, wo Händler horrende Preise für die jungen Aale zahlen. Zusätzlich zu all den vom Menschen verursachten Gefahren, hat der Aal auch noch biologische Feinde, wie den Schwimmblasenwurm oder das Aal-Herpesvirus die den Bestand massiv gefährden. Zu erwähnen ist auch vornehmlich der Kormoran, der zum Rückgang der Aalbestände das Seinige beiträgt. Wissenschaftler untersuchen zudem, ob klimatische Veränderungen Einfluss auf den Bestandsrückgang haben. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat den Aal deshalb als "außerhalb sicherer biologischer Grenzen" eingestuft; in Deutschland steht er bereits seit 1998 auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die EU-Fischereiminister haben reagiert und unter der deutschen Ratspräsidentschaft ein europaweites Rettungsprogramm für die Aale beschlossen. Bis Ende des Jahres müssen nun alle EU-Staaten eigene Managementpläne vorlegen. Ab dem kommenden Jahr sollen neben anderen Maßnahmen erstmals eine bestimmte Menge gefangener Glasaale verpflichtend zur Aufzucht in den Binnengewässern ausgesetzt werden. Auch das Weltartenschutzabkommen CITES hat auf seiner 14. Vertragsstaatenkonferenz, auf Antrag Deutschlands, ein Rettungsprogramm und strenge Handelsbeschränkungen für Aale beschlossen, um den bedrohten Fisch besser zu schützen. Die Angelfischerei leistet Jahr für Jahr ihren Beitrag zur Erhaltung des Aals und investiert erhebliche finanzielle Mittel in Besatzmaßnahmen, ohne welche die Bestände bereits wesentlich niedriger wären. Bleibt zu hoffen, dass mit den geplanten Maßnahmen das Überleben des Europäischen Aals gesichert werden kann, denn es wäre schade, wenn dieser biologisch so interessante Fisch in Zukunft nicht mehr in unseren Gewässern sondern nur noch in unserer Erinnerung leben würde.
(siehe auch: Fischlexikon)

V. i. S. d. P. - Verband Deutscher Sportfischer e. V. - Peter Mohnert - Präsident - Foto: Wolfgang Hauer
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Zusatzinfo: Stand 23.12.08, Quelle: Fischereiinformationen aus Baden-Württemberg - Fischereiforschungsstelle des Landes

Um den Anforderungen der EU-Aalschutzverordnung gerecht zu werden, haben sich die Bundesländer  entlang des Rheins auf folgende fischereiliche Maßnahmen geeinigt (Sollten entsprechende Regelungen zum Tragen kommen, wird noch zeitnah informiert.):

  • Das Mindestmaß für Aal im Rhein und Nebengewässern wird auf 50 cm erhöht.
  • Es wird eine Schonzeit für den Aal in diesen eingeführt vom 1.10. bis zum 1.03. Es wird für den Rhein auch eine ganzjährige Schonzeit diskutiert.

Darüber hinaus werden  Maßnahmen von den Wasserkraftwerksbetreibern erwartet. Für die Erwerbsfischerei werden noch weitere Auflagen hinzukommen.

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist eine bedeutende Art für die europäische Fischerei. Seit Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ist das Glasaalaufkommen in Europa stark gesunken. Verglichen mit den sehr hohen Werten der 70er Jahre gingen die Zahlen auf etwa 1 % zurück, bezogen auf das langjährige Mittel auf etwa 2-5%. Auch die Erträge der kommerziellen Fischerei auf Gelb- und Blankaale sind rückläufig, jedoch in geringerem Maße. Der Internationale Rat zur Erforschung der Meere (International Councilfor the Exploration of the Sea - ICES) stellte fest, dass sich der Aalbestand "außerhalb sicherer biologischer Grenzen" befindet.
Die Gründe für den starken Bestandsrückgang sind noch nicht ausreichend verstanden. Prinzipiell sollte zwischen ozeanischklimatischen Faktoren auf der einen, und kontinentalen Faktoren auf der anderen Seite unterschieden werden. Im kontinentalen Bereich wirken sowohl natürliche als auch vom Menschen verursachte Faktoren. Die relative Bedeutung der einzelnen Faktoren ist noch unklar. Ansatzpunkte für eine Stützung und Förderung der Aalbestände ergeben sich kurzfristig nur im kontinentalen Bereich. Aufgrund der Erkenntnisse zur Bestandsentwicklung sah sich die Europäische Kommission zum Handeln gezwungen. Zunächst präsentierte sie ein Programm zur „Entwicklung eines gemeinschaftlichen Aktionsplanes zur Bewirtschaftung des Europäischen Aals“. In der Folge wurden Konsultationen mit Vertretern der Mitgliedsstaaten und der verschiedenen Verbände durchgeführt, Im Oktober 2005 legte die Kommission dann einen ersten Entwurf für eine „Verordnung des Rates mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals“ vor. Dieser Entwurf rief jedoch starke Kritik aus allen Lagern hervor, sodass über einen längeren Zeitraum über Anpassungen diskutiert wurde. Unter der deutschen Ratspräsidentschaft wurde letztlich im Juni 2007 eine fachliche Einigung erreicht; die formale Verabschiedung der Verordnung ist am 22.9.2007 erfolgt.
Kernpunkt der Verordnung stellt die Verpflichtung der Mitgliedsstaaten dar, die potenziellen Aalhabitate auf ihrem Territorium zu definieren und für diese Gewässer Aalbewirtschaftungspläne aufzustellen (Frist: 31.12.2008). Durch diese soll mit großer Wahrscheinlichkeit die Abwanderung von 40% Blankaalen, gemessen an einem vom Menschen unbeeinflussten Zustand, gewährleistet werden. Bei der Wahl der Maßnahmen innerhalb der Pläne haben die Mitgliedsstaaten eine große Freiheit. Es sind auch Verbesserungen bei Faktoren außerhalb der Fischerei (Umwelt, Räuber) anzustreben. Die Managementpläne müssen der EU-Kommission zur Bewilligung vorgelegt werden. Wenn die Pläne gar nicht oder nicht fristgerecht vorgelegt werden, oder wenn das Erreichen des 40%-Zieles nicht wissenschaftlich begründet dargestellt werden kann, wird eine 50%ige Reduzierung des Fischereiaufwandes notwendig. Besondere Regelungen wurden für die Glasaalfischerei vereinbart, die nach einer stufenweisen Anpassung mindestens 60% aller gefangenen Glasaale für Besatz in europäischen Gewässern zur Verfügung stellen muss.
Als Reaktion auf die EU-Aktivitäten hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eine Arbeitsgruppe "Aal des Bundes und der Länder" gegründet, in der Vertreter aus der Verwaltung, der Wissenschaft, den Verbänden und aus der Praxis mitarbeiten. Die Hauptaufgabe der Gruppe besteht darin, die Aalbewirtschaftungspläne zu entwickeln. Gegenwärtig sind die verantwortlichen Bearbeiter in den Flussgebietseinheiten dabei, die notwendigen Daten zur Charakterisierung der Gewässer, der Aalbestände und der Aalfischerei zusammenzustellen. Angestrebt wird eine hinreichend genaue Bilanzierung der Aalbestände, um daraus die notwendigen Managementmaßnahmen ableiten zu können. Im Vortrag wird auf die Anforderungen an die Bewirtschaftungspläne und auf Möglichkeiten der Ermittlung der Referenzsituation sowie der aktuellen Bestandsparameter eingegangen.

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2008 & 1985: Der Bitterling
(
Rhodeus sericeus amarus, L.)

Gemeinsame Aktion in Deutschland und Österreich: Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) haben den Bitterling zum Fisch des Jahres 2008 gewählt. Der Wahl angeschlossen hat sich erstmals der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST). Ebenfalls erstmalig hat sich an der gemeinsamen Aktion auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) beteiligt. Der VDSF freut sich außerordentlich über das Interesse des Bundesamts für Naturschutz an unserer Aktion. Mit dieser Wahl soll zum einen auf eine äußerst interessante Kleinfischart aufmerksam gemacht werden, die seit einiger Zeit auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht. Zum anderen soll auf die Gefährdung der Gewässer-Ökosysteme hingewiesen und verdeutlicht werden dass Tiere, Pflanzen und deren Lebensraum unter dem Gesichtspunkt Natur- und Umweltschutz nicht isoliert voneinander betrachtet werden können.

Der Bitterling bekam seinen Namen, weil sein Fleisch bitter schmeckt. Wegen seiner geringen Größe von nur 6 - 9 Zentimetern ist er eher unauffällig. Umso interessanter ist er aber wegen der besonderen Art der Fortpflanzung, bei welcher dieser Kleinfisch auf Muscheln angewiesen ist, die den gleichen Lebensraum wie er bewohnen. Bitterlinge leben gesellig - mit Vorliebe in flachen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit Pflanzenwuchs. Sommerwarme Altarme, verkrautete Weiher und Tümpel sind bevorzugte Lebensräume. Der Bitterling mag sandige Bodenverhältnisse oder schlammigen Untergrund und besiedelt bevorzugt pflanzenreiche Uferzonen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Pflanzen, aber in geringem Maße auch aus kleinen wirbellosen Tieren wie Würmern, Kleinkrebsen und Insektenlarven. Der Kleinfisch ist in fast ganz Mittel- und Osteuropa nördlich der Alpen verbreitet. Er fehlt jedoch auf den Britischen Inseln und in Skandinavien, sowie südlich der Alpen und Pyrenäen In Deutschland ist der Bitterling nur unregelmäßig verbreitet und kommt in keinem Bundesland besonders häufig vor. Der Bitterling ist der kleinste Vertreter der Karpfenartigen. Man erkennt ihn an seinem relativ hohen Rücken und dem halbunterständigen Maul. Den Körper schützen große Schuppen. Den größten Teil des Jahres ist der Rücken graugrün gefärbt, Seiten und Bauch sind silbrig. Über die Mitte der Seiten zieht sich ein leuchtender Streifen blaugrüner Farbe. In der Laichzeit intensivieren sich die Farben der Männchen. Im Alter von zwei bis drei Jahren werden Bitterlinge geschlechtsreif. Ihre Fortpflanzung ist hochgradig spezialisiert: Zur Laichzeit (April - Juni) sucht sich das nun prächtig bunt gefärbte Männchen eine Fluss- oder Teichmuschel aus und lockt ein Weibchen, dem eine bis zu 5 Zentimeter lange, pinkfarbene Legeröhre gewachsen ist, an diese heran. Mit dieser Legeröhre legt das Weibchen jetzt einzelne Eier in die Kiemen der Muschel. Unmittelbar nach der Eiabgabe gibt das Männchen seine Spermien ab, die über das Atemwasser der Muschel ins Innere gelangen und dort die Eier befruchten. Jede Muschel erhält nur ein oder zwei Eier. Dieser Vorgang wird mehrfach und an verschiedenen Muscheln wiederholt. Insgesamt legen die Weibchen somit 40 bis 100 Eier in verschiedenen Muscheln ab. Die befruchteten Eier sind durch die Ablage in der Muschel vor Angriffen durch Fressfeinde geschützt. Daher genügt auch eine geringe Zahl an Eiern, mit denen der Bestand der Population dennoch gesichert ist. Die Eier und die nach zwei bis drei Wochen schlüpfenden Jungfische wachsen vollkommen geschützt in der Muschel auf. Die Muschel hat ebenfalls einen Vorteil von dieser Art der Fortpflanzung. Nehmen die Muscheln nämlich die Fische wahr, so stoßen sie ihre eigenen Larven aus, die sich an den Fischkörper heften und beim verlassen der Muschel über die Atemöffnung von ihm transportiert werden Die Muschel kann dadurch auch Orte besiedeln, an die sie nicht käme, wenn die schwimmunfähige Larve sich lediglich von der Strömung treiben ließe. Der Bitterling ist nicht besonders anspruchsvoll, aber da seine Fortpflanzung zwingend von den Fluss- oder Teichmuscheln abhängig ist, wird jede Gefährdung der Muscheln zur Existenzbedrohung für den kleinen Fisch. Da Muscheln als Filtrierer besonders anfällig auf Verschmutzung reagieren und in ihren Beständen stark rückläufig waren, erklärt sich hierdurch auch die Bestandsgefährdung des Bitterlings. Durch Baggerarbeiten in Gewässern, durchgeführt im Zuge der Unterhaltung, sind beispielsweise Muschel-Populationen ganzer Bäche- und Flussabschnitte ausgestorben. Weitere Gründe für die Gefährdung sind in das Verschwinden vieler geeigneter Biotope beispielsweise durch die Beseitigung von Altarmen oder Verfüllung von Kleingewässern. Um dem Bitterling zu helfen, müssen vor allem die Gefährdungsursachen für die Muscheln wie Faulschlammbildung, Trockenlegung oder Verlandung der Gewässer vermieden werden. Außerdem sind die Erhaltung beziehungsweise die Wiederanbindung von Altwässern sowie schonend durchgeführte Gewässerunterhaltungsmaßnahmen notwendig. Um das Überleben des Bitterlings zu sichern gilt es deshalb verstärkt, dementsprechende Schutzmaßnahmen fortzuführen beziehungsweise einzuleiten. Schließlich ist der kleine Karpfenfisch durch seine einmalige Art der Fortpflanzung ein Schatz der Natur, der auch für kommende Generationen erhalten werden muss. (siehe auch: Fischlexikon)

V. i. S. d. P. - Verband Deutscher Sportfischer e. V. - Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit - Foto: Wolfgang Hauer
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2007: Die Schleie
(Tinca tinca, L.)

Gemeinsame Aktion in Deutschland und Österreich: In Deutschland und in Österreich wurde die Schleie gemeinsam zum Fisch des Jahres 2007 gewählt. Bereits zum zweiten Mal haben damit der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) in einer gemeinsamen Aktion die gleiche Fischart zum Fisch des Jahres erkoren. Die beiden Verbände wollen damit einen wichtigen und schönen Fisch der Öffentlichkeit vorstellen und zudem das Bewusstsein für die Gefährdung des Biotops "Wasser" und aller darin existierenden Lebensformen schärfen.

Die Schleie ist im größten Teil Europas verbreitet mit Ausnahme von Griechenland, Schottland und Nordskandinavien. Sie besiedelt Gewässer in ganz Deutschland und Österreich. In den meisten Bundesländern wird sie als nicht gefährdet eingestuft, in einigen als potentiell gefährdet.
Dass die Schleie vielerorts noch häufig vorkommt, ist vor allen Dingen den Besatzmaßnahmen durch Angler zu verdanken. Dennoch ist der typische Lebensraum von Schleien gefährdet. Regional, wie beispielsweise in Nordrhein - Westfalen, gilt Sie bereits als gefährdete Art und wird auf der Vorwarnliste geführt.
Der Ausbau der Fließgewässer unter technischen Gesichtspunkten und der damit verbundene Rückgang der pflanzlichen Vegetation sind wesentliche Gründe, die einer positiven Entwicklung der Schleie entgegenstehen. Der Verbau von flachen krautreichen Uferzonen wirkt sich besonders nachteilig auf Schleienbestände aus. Vor allem in stehenden Gewässern ist die Eutrophierung zum Beispiel durch Düngereintrag aus der Landwirtschaft ein wesentlicher Gefährdungsfaktor.
Um die Schleienbestände in unseren heimischen Gewässern langfristig zu sichern, können die Bemühungen der Angler aber nur zum Erfolg führen wenn sie von grundlegenden Verbesserungen begleitet werden. Das bedeutet, wir brauchen naturnahe, durchgängige und strukturreiche Fließgewässer sowie eine hohe Wasserqualität.
Der VDSF fordert deshalb dass flache und krautreiche Uferzonen in Fließgewässern erhalten bleiben, bzw. durch Renaturierung von verbauten Ufern wieder zurück gewonnen werden. Ebenso muss in der Landwirtschaft der Eintrag von eutrophierenden Stoffen in intensiv genutzten Landschaften reduziert werden.
Der Schutz des natürlichen Lebensraums kommt übrigens nicht nur der Schleie zugute, sondern sichert vielen verschiedenen Arten, die durch menschliche Eingriffe in die Gewässerstrukturen in ihrem Fortbestand gefährdet sind, das Überleben.
Zur Biologie und Lebensweise der Schleie Die Schleie ist ein Grundfisch, der langsam fließende Gewässer und flache, warme Seen und Teiche mit dichten Pflanzenbeständen und schlammigem Untergrund vorzieht. Im Norden dringt sie auch in die Brackwasserbereiche der Ostsee vor. Im Alpenraum trifft man sie bis zu einer Höhe von 1600 m über dem Meeresspiegel an. Tagsüber hält sie sich am Grund zwischen dichten Pflanzenbeständen auf und wird erst in der Dämmerung aktiv.
Schleien sind äußerst anpassungsfähig und zeichnen sich durch ihre große Widerstandsfähigkeit gegen Sauerstoffmangel und saures Wasser aus. Bei Temperaturen von über 28ºC stellt die Schleie die Nahrungsaufnahme ein und fährt den Sauerstoffverbrauch und den Stoffwechsel stark zurück. Bei höheren Temperaturen gräbt sie sich auch im Schlamm ein und fällt in eine Art Hitzekoma. So übersteht sie sogar ein kurzfristiges Austrocknen ihres Gewässers. Im Winter stellt sie die Nahrungssuche ein und zieht sich an die tiefen, schlammigen Stellen zurück. Die Schleie ist in der Lage monatelang zu hungern. Sie ernährt sich von kleinen Bodentieren aller Art, wie zum Beispiel Insektenlarven, Schnecken oder kleinen Muscheln, sowie gelegentlich auch von Pflanzen.
Die zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) gehörende Schleie hat eine längliche und kräftige Körperform. Die Haut ist dick und mit vielen Schleimzellen belegt (Ihrer schleimigen Oberfläche verdankt die Schleie übrigens auch ihren Namen). Die Schuppen sind sehr klein. Der Rücken ist olivgrün oder braun meist mit goldfarbenem Schimmer. Die Seiten und der Bauch sind heller und glänzen messingfarben. Die Iris der relativ kleinen Augen ist rotbraun. Das Maul ist rüsselartig vorstülpbar und mit zwei kurzen Barteln ausgestattet. Schleien wachsen langsam und erreichen durchschnittlich nach 3 Jahren eine Länge von 20 bis 30 cm, sowie ein Gewicht von 200 bis 300 g. Bei entsprechendem Nahrungsangebot können sie aber auch bis zu 70 cm lang werden und ein Gewicht von bis zu 7,5 kg erreichen. In den Monaten Mai - Juli, wenn die Wassertemperaturen 18 - 20° C erreicht haben, beginnt die Laichzeit der Schleien. Vorher schließen sie sich zu Schwärmen zusammen und suchen flache, durchsonnte Uferbereiche mit dichtem Unterwasserpflanzenbewuchs auf Die Weibchen legen dabei bis zu 300.000 - 600.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen ab. Die Eiablage erfolgt nach und nach und erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu 2 Monaten. Die Brut schlüpft nach 4 bis 5 Tagen.(siehe auch: Fischlexikon)

V. i. S. d. P. - Verband Deutscher Sportfischer e. V. - Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit - Foto: Wolfgang Hauer
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2006 & 1989: Die Mühlkoppe
(Cottus gobio, L.)

Gemeinsame Aktion in Deutschland und Österreich: Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) haben erstmals in einer gemeinsamen Aktion die gleiche Fischart zum Fisch des Jahres gewählt. Diese gemeinschaftliche Wahl soll der öffentlichen Aufmerksamkeit in den Medien besonderen Nachdruck verleihen.

In Deutschland und in Österreich wurde die Koppe (auch: Mühlkoppe oder Groppe) gemeinsam zum Fisch des Jahres 2006 gewählt. VDSF und ÖKF wollen mit ihrer Wahl auf die Gefährdung dieser wenig bekannten, markanten und urigen Fischart hinweisen. In weiten Teilen Deutschlands wie in Österreich zählt die Koppe zu den bedrohten Tierarten. Sie ist im Anhang der europäischen Flora - Fauna - Habitat - Richtlinie (FFH) aufgeführt, gehört damit zu den Tier- und Pflanzenarten, die von gemeinschaftlichem Interesse sind und für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.
Die Koppe bewohnt sehr saubere, rasch fließende Bäche und kleinere Flüsse mit steinigem Grund, aber auch sommerkühle, sauerstoffreiche Seen. In den Bächen der Forellenregion trifft man sie in einer Höhe von bis zu 2000 m über dem Meeresspiegel an. Sie ist ein Grundfisch, der sich tagsüber zwischen Steinen und Wasserpflanzen verbirgt. In der Dämmerung geht sie auf Jagd nach Insektenlarven, Bachflohkrebsen und Fischbrut. Da die Koppe ein schlechter Schwimmer ist und zudem keine Schwimmblase besitzt, bewegt sie sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden.
Man muß schon genau hinsehen, um den meist zwischen Wurzeln und Steinen versteckt lebenden Bodenbewohner zu Gesicht zu bekommen. Hat man eine erspäht, dann zeigt die Koppe unter unseren heimischen Süßwasserfischen ein unverwechselbares Aussehen. Mit ihrem großen Kopf und ihrem breiten Maul wirkt sie, trotz ihrer geringen Größe von 10 bis 15 Zentimetern, recht imposant (wegen ihres dicken Kopfes hat ihr der Volksmund übrigens u. a. den Namen "Bullenkopf" verpasst). Dazu tragen auch die sehr großen fächerförmigen Brustflossen und zwei Rückenflossen mit Stachelstrahlen bei. Die Färbung des keulenförmigen Körpers ist bräunlich bis dunkelgrau, mit unregelmäßiger Marmorierung, was die Koppe in Ruhestellung auf steinigem Untergrund nahezu unsichtbar macht.
Die Laichzeit fällt - je nach Gewässer - in die Zeit von Februar bis Mai. Das Weibchen legt dabei 100 - 200 Eier unter Steinen oder in einer Art Laichgrube ab. Das Männchen bewacht das Gelege und sorgt durch Fächeln mit den Brustflossen für Frischwasserzufuhr bis die Larven geschlüpft sind. Nach dem Schlüpfen treiben sie mit dem Wasserstrom abwärts und wandern erst als Jungfische wieder den Bach aufwärts.
In früheren Jahren wurden Mühlkoppen von den Fischern als Forellenlaichräuber und Futterkonkurrenten für die Forellen und andere Salmoniden angesehen. Dieser Eindruck wurde sicher überbewertet, denn schließlich stellt der kleine Fisch ganz im Gegenteil eine wichtige Nahrungsquelle für Salmoniden dar. Deshalb gehört die Koppe - unter ökologischen Gesichtspunkten gesehen - zu den unverzichtbaren Bestandteilen der Fischfauna in der Forellenregion.
Die Koppe ist sehr empfindlich gegenüber Verunreinigungen und kann deshalb als Bioindikator für die ökologische Qualität eines Gewässers angesehen werden. Intakte Populationen zeigen demnach strukturreiche, natürliche Fließgewässer der Forellenregion mit hoher Wasserqualität an. Bei den Gefährdungsursachen sind deshalb im wesentlichen Gewässerverbauung und - verunreinigung zu nennen. Die Verschmutzung von Fließgewässern, beispielsweise durch Industrie oder Landwirtschaft (Dünger), hat in vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, das die Koppe mancherorts verschwunden ist, wo sie früher heimisch war. Obwohl sich die Wasserqualität derzeit vielerorts bessert, haben Uferverbau und der Einbau von Wehren in die Gewässerläufe eine Wiederbesiedlung früherer Wohngewässer unmöglich gemacht. Koppen gehören zu den so genannten Kurzdistanzwanderfischen. Bei ihren Aufwärtswanderungen stellen Barrieren im Bach ein großes Problem dar, weil sie als bodengebundene Fischart ohne Schwimmblase selbst geringe Verbauungen und Schwellen (10-15 Zentimeter) nicht überwinden können.
Deshalb ist die Erhaltung der verbliebenen natürlichen Fließgewässer und deren Schutz vor Beeinträchtigungen wie zum Beispiel der Bau von Kleinwasserkaftanlagen wichtig. In diesem Zusammenhang fordert der VDSF die Renaturierung weiterer Gewässerabschnitte, wobei insbesondere die Überwindbarkeit von Querbauwerken überprüft und gegebenenfalls wieder hergestellt werden soll. Solche Maßnahmen kommen übrigens nicht nur der Koppe zugute, sondern allen Wanderfischarten, die durch menschliche Eingriffe in die Gewässerstrukturen von ihren Lebensräumen abgetrennt wurden und dadurch in ihrem Fortbestand gefährdet sind.(siehe auch: Fischlexikon)

 

V. i. S. d. P. - Verband Deutscher Sportfischer e. V. - Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit
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2005 & 1990: Der Bachforelle
(Salmo trutta forma fario, L.)

Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) hat die Bachforelle zum Fisch des Jahres 2005 gewählt.

Mit dieser Wahl hat unser rund 700 000 Mitglieder zählender Dachverband der Angler eine der wohl bekanntesten heimischen Fischarten gekürt. Der VDSF will jedoch nicht nur einen markanten und schönen Fisch der Öffentlichkeit vorstellen, sondern ebenso auf die aktuelle Gefährdung unserer Gewässer und ihrer Bewohner aufmerksam machen. Auch die Bachforelle zählt zu den bedrohten Tierarten.
Bachforellen kommen in klaren, kalten, sauerstoffreichen Fließgewässern vor, aber auch in Seen bis zu einer Seehöhe von rund 1.500 Metern, wenn sie einen Zufluß mit Laichmöglichkeiten besitzen. Die Bachforelle sucht zur Laichzeit (Spätherbst und Winter) kleinere und kleinste Nebenbäche auf, um hier auf sandig-kiesigen, schnell durchströmten Flachwasserbereichen abzulaichen. Deshalb müssen die Bachsysteme durchgängig sein. Die Bachforelle liebt Verstecke und tiefe Stellen. Unterspülte Wurzeln, überhängende Büsche, große Steine im Wasser sind Anziehungspunkte. Aus begradigten Bächen verschwindet sie schnell. Auch gegen Verschmutzungen ist die Bachforelle empfindlich. Nur sehr selten taucht sie auch in großen Flüssen auf.
Die Verbreitung der Bachforelle erstreckt sich über ganz Mitteleuropa von Spanien bis Skandinavien. Außerdem kommt sie in Island, Nordafrika und im Kaukasus vor. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Krebsen, Würmern, Schnecken, Insekten und gelegentlich aus kleineren Fischen. Bachforellen erreichen meist eine Größe von 30 bis 60 cm und wiegen durchschnittlich 0,5 bis 2 kg. Bei entsprechendem Nahrungsangebot und größeren Wassertiefen können Bachforellen aber auch über 1 Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu 9 kg erreichen. Die typischen Färbungsmerkmale sind ein dunkel-olivgrüner Rücken mit schwarzen Flecken und die roten Punkte auf den goldgelben Flanken. Zeichnung und Farbe können sich dem Hintergrund anpassen, so dass sie als Tarnung fast perfekt sind. Bis in die 1950-er Jahre war die Bachforelle noch überall häufig anzutreffen.
Gefährdungsursachen: Durch die Regulierung und Verbauung unserer Flüsse und Bäche sind ihre natürlichen Lebensräume selten geworden. Viele Barrieren in Form von Staustufen und Wehren behindern die Bachforelle auf ihren Wanderungen und schneiden sie von ihren Laichrevieren ab. Außerdem finden viele von ihnen in den Turbinen von Wasserkraftwerken den Tod. Die Gewässerverschmutzung und der saure Regen haben ihrerseits dazu beigetragen, dass der Bachforelle heute höchstens noch 10 Prozent ihres ursprünglichen Lebensraumes bleiben. Seit Ende der neunziger Jahre werden zudem von Anglern aus Südbayern im Sommer und Herbst massive Bachforellensterben gemeldet. Mit einem groß angelegten Untersuchungsprogramm versuchen derzeit der Landesfischereiverband Bayern (LFV) und das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft (LfW) den Ursachen auf die Spur zu kommen. Vieles deutet darauf hin das weder Giftstoffe, noch eine Fischkrankheit im klassischen Sinn in Frage kommen.
Dass die Bachforelle dennoch weit verbreitet ist, ist vor allen Dingen den Besatzmaßnahmen der Angler zu verdanken. Langfristig können solche Bemühungen aber nur zum Erfolg führen, wenn sie von grundlegenden Verbesserungen begleitet werden. Das bedeutet, wir brauchen naturnahe, durchgängige und strukturreiche Fließgewässer sowie eine hohe Wasserqualität. Nur dann hat die Bachforelle eine Chance wieder zum normalen Inventar unserer heimischen Naturlandschaft zu werden.  (siehe auch: Fischlexikon)

V. i. S. d. P. - Verband Deutscher Sportfischer e. V. - Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit
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2004: Der Maifisch
(Alosa alosa, L)

Der  zur Familie der Heringe zählende Maifisch bewohnt die küstennahen Gewässer des nord- und westeuropäischen Atlantiks sowie des westlichen Mittelmeers. Zu Beginn der Laichzeit versammeln sich die anadromen Wanderfische in großen Schwärmen vor den Flussmündungen und beginnen ihre Aufstiegsphase in die Oberläufe der Flüsse abhängig von der Wassertemperatur. Die Laichgebiete, stark durchströmte Übergangszonen von Gumpen in Flachzonen mit Kies, Stein und Fels als Sohlsubstrat, der Flussoberläufe erreichen sie meist im Monat Mai --> Maifisch. Das imposante Laichspiel findet nachts statt. Die Eier werden ins Freiwasser abgegeben und sinken zu Boden. Nach einer Woche schlüpfen die Jungfische, die entweder im ersten oder im Folgejahr ins Meer zurückwandern. Sie ernähren sich von Zooplankton und wachsen schnell und gut ab. Ausgewachsene Maifische erreichen Größen von bis zu 80 cm und Gewichte von 3kg.
Historische Vorkommen in Baden-Württemberg:
Maifische zogen früher in großer Zahl bis nach Baden-Württemberg und wurden auch in Neckar und  Kocher befischt. Im unteren Neckar stiegen Maifische noch in der zweiten Hälfte des des 19. Jahrhunderts bis zu den Wehranlagen bei Heilbronn auf (Günther, 1853; Klunzinger 1881) und schwammen auch in den unteren Kocher ein. Das Oberamt Neckarsulm (1881) und v. d. Borne (1881) berichten im Kocher von heringsartigen Maifischen (Allosa vulgaris), die sich unterhalb des Kocherwehres in Bad Friedrichshall-Kochendorf in solchen Mengen einfanden, "daß sie sich oft förmlich aus dem Wasser herausdrängten, und leicht mit den Händen zu greifen sind".
Aktueller Status: Der rapide Rückgang der Maifischbestände zum Ende des 19. Jahrhunderts geht zum einen Teil auf die schonungslose Überfischung der damaligen Laichgründe zurück, zum anderen auf die Abwasserbelastung, Kanalisierung, Flussbegradigungen und Querverbauungen der Flüsse, die ein Erreichen der Laichgründe unmöglich machen. Seit 1980 werden wieder Maifischfänge im Oberrhein mit zunehmender Tendenz registriert. Auch in Europas größter Fischtreppe in Iffezheim werden vermehrt Maifische beobachtet. Aber um diese einst in Massen vorkommende Fischart wieder in unseren Flüssen anzusiedeln muss noch sehr viel getan werden, allen voran sollte die Durchgängigkeit an Querverbauungen in Flüssen gewährleistet und adäquate Laichgebiete in den Oberläufen geschaffen werden. Vielleicht lässt sich dann in nicht allzu ferner Zukunft das imposante Laichspiel der Maifischschwärme auch wieder in Neckar und Kocher wie vor 100 Jahren beobachten...
VDSF:
Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) hat den Maifisch, auch Alse genannt, zum Fisch des Jahres 2004 gewählt. Mit dieser Wahl will der VDSF auf eine in vielen deutschen Flüssen als ausgestorben geltende und daher weitgehend unbekannte Fischart aufmerksam machen.
Wie Barbe, Lachs, Stör und andere "Fische des Jahres" zuvor, ist auch der Maifisch ein Wanderfisch, der zum Laichen vom Meer in die Flüsse aufsteigt. 1883 wanderten noch Schwärme von Maifischen bis in den Hochrhein. Anhand alter Fischmarkt-Statistiken wurden im Jahr 1886 in den Niederlanden nahezu 270.000 kg Maifisch verkauft. Der Maifisch war damals so häufig, dass er als "Fisch der armen Leute" galt. Der letzte Maifisch wurde 1930 von einem Berufsfischer im Rhein bei Basel gefangen.
Der Maifisch ist in den Küstengewässern von Nordeuropa bis zur Nordafrikanischen Küste heimisch. Zoologisch gehört er zu den heringsartigen Fischen. Er wird bis 40 cm, maximal 70 cm lang und bis zu drei Kilogramm schwer. Der Körper des Maifischs ist seitlich zusammengedrückt und gestreckt. Auf der Oberseite ist er bläulichgrün bis grau gefärbt. Die Seiten und der Bauch sind weiß mit einem silbrigen Schimmer und Messingglanz, oberhalb der Kiemenspalte befindet sich ein großer schwarzer Fleck. Die geschlechtsreifen Fische wandern im Frühjahr aus dem Meer in großen Schwärmen zum Laichen in die Flüsse. Die Eier werden auf kiesigem Grund abgelegt. Die Jungtiere schlüpfen nach vier bis acht Tagen und ziehen im Herbst ins Meer.
Aufgrund früherer starker Verschmutzung der Gewässer, Flussregulierungen und seiner intensiven Befischung galt der Maifisch in Deutschland als ausgestorben. Die starke Querverbauung der Gewässer vor allem durch Wehre und Schleusen wirkt sich nachteilig auf eine Wiederansiedelung der Maifische in deutschen Flüssen aus. Bei der Rückwanderung ins Meer geraten viele Fische in die Turbinen von Wasserkraftwerken und werden dort "geschreddert".
Der Verband Deutscher Sportfischer fordert daher, die flussparallelen Altarme und Auengewässer wieder an die Flusssysteme anzubinden. Hierdurch erhalten die Wanderfische wie der Maifisch Gelegenheit, weitgehend störungsfrei ihre Lebensräume aufzusuchen. (siehe auch: Fischlexikon)

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2003: Die Barbe
(Barbus barbus L.)

Die Barbe - Fisch des Jahres 2003 - zählt in Deutschland vielerorts wegen Minderung der Gewässerqualität und Flußverbauungen zu den gefährdeten Fischarten. Sie muß in ihrem Be-stand gestützt werden. Weitere Namen der Barbe: Flußbarbe, Pigge, Schnutenhecht, Barbel (engl.), Barneau (frz.)Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. hat die Barbe zum Fisch des Jahres 2003 gewählt.
Diese Fischart - wie schon einige Fische des Jahres bisher - gehört zu den wandernden Fischarten. Sie kommt außer in Skandinavien, Dänemark, Schottland und Irland in fast ganz West- und Mitteleuropa vor. Auch diese Fischart ist als gefährdet anzusehen. Die Gefährdungsursachen sind bei allen Wanderfischarten die gleichen: Nachteilige Veränderungen des Lebensraums durch Stauwerke, fehlende Durchgängigkeit des Flußlaufs als Folge der Sperrwirkung von Wasserkraftanlagen. Die Barbe ist Leitfisch des Mittellaufs unserer Flüsse, vergesellschaftet mit einer entsprechenden typischen Lebensgemeinschaft von Organismen in diesem Lebensraum. Dieser Mittelabschnitt des Flusses wird daher Barbenregion genannt. In natürlichem Zustand ist die Region gekennzeichnet durch klares, rasch fließendes und gut belüftetes Wasser, dessen Abflußmenge gefällebedingt insbesondere bei Hochwasser deutlich erhöht sein kann. Das sind aber auch die idealen Voraussetzungen für die energetische Nutzung des Abflusses vor allem im Mittellauf unserer Flüsse und Ströme. Die gesellig lebende Barbe zieht zur Laichzeit in großen Schwärmen zu ihren flußaufwärts liegenden Laichgebieten, wo sie Geröll und Kies als Laichunterlage antrifft. Wird der Barbe jedoch der Weg durch Querbauten im Wasser verwehrt, ist ihre Fortpflanzung bei fehlendem Laichsubstrat im gestauten Flußabschnitt gefährdet bzw. unmöglich, ihr Bestand vom Untergang bedroht. Früher war die Barbe in den Mittelläufen der größeren Flüsse häufig vertreten. Heute muß ihr Bestand in zahlreichen Fließgewässern durch Besatzmaßnahmen gestützt werden. Unseren Mitgliedsvereinen kommt auch hier ein großes Verdienst zu, denn sie sorgen weitgehend durch grundsätzlichen ehrenamtlichen Arbeitseinsatz und hohes finanzielles En-gagement für einen unschätzbaren Beitrag zum fischereilichen Artenschutz. Wir fordern auch für den Fisch des Jahres 2003 die - Barbe - eine weitere Verbesserung der Gewässerqualität unserer Flüsse und Bäche sowie einen Stopp weiterer Verbauungen durch Wasserkraftanlagen!!! (siehe auch: Fischlexikon)

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2002: Die Quappe
(Lota lota, L.)

Der Verband Deutscher Sportfischer e. V. hat die Quappe (lat.: Lota lota) zum Fisch des Jahres 2002 gewählt.

 Die Quappe ist eine Wanderfischart, gehört als einziger Süßwasserfisch zu den Dorschartigen und war vor ca. hundert Jahren in Deutschland noch relativ weit verbreitet. Stauwehre, Kleinwasserkraftwerke und andere Flussverbauungen versperrten ihr zunehmend den Weg zu den Laichgebieten. In Brandenburg z. B., ein Gebiet, in dem die Quappe ursprünglich starke Populationen aufwies, wird sie nur noch in den Hauptströmen von Elbe und Oder angetroffen. In den Nebenflüssen und -bächen hat ihr Bestand dramatisch abgenommen. Hauptursachen: Verbauungen durch Kleinwasserkraftwerke, Mühlenstaus und andere Wehre sowie Gewässerverschmutzungen. Damit die Art nicht ausstirbt, wird der Bestand durch hohen finanziellen Aufwand und Arbeitseinsatz der Angelvereine in geeigneten Flusssystemen durch Besatz gestützt. Auch den Weiterbestand dieser Fischart (auch Rutte, Trüsche, Aalquappe genannt) muss man im Auge haben, wenn die Fließgewässersysteme in heutigen Zeiten mit dem Bau von Kleinwasserkraftanlagen zerstört werden. Auch die Quappe wird- wie Lachs, Meerforelle und Stör - von dem angeblich"grünen" Strom (weil "ökologisch") durch Kleinwasserkraftanlagen gefährdet. Deshalb fordern wir anlässlich der Wahl des "Fisch des Jahres 2002 - die Quappe": Stoppt den Bau und die Förderung von Kleinwasserkraftanlagen!
Historische Vorkommen in Baden-Württemberg: Nach Leuthner (1877) war die Quappe im ganzen Rheingebiet mit seinen Nebenflüssen nicht selten. Im Einzugsbereich des Neckars soll sie nach Klunzinger (1881) jedoch wesentlich seltener gewesen sein als im Donausystem. Im Bodensee wurde sie in Mengen gefangen. Einzelangaben der Oberamtsbeschreibungen sprechen für ehemals landesweite, aber nicht häufige Vorkommen der Quappe in anderen Gewässern.
Bestandssituation in Baden-Württemberg: Der gegenwärtige Schwerpunkt ihres Vorkommens ist nach wie vor der Bodensee. Am Rhein ist die Art vielerorts noch gut bekannt. Die Meldungen aus oberschwäbischen Gewässern beruhen im wesentlichen auf Einzelfunden. In der Donau ist die Quappe selten geworden und im Neckar nahezu verschwunden. Bei Versuchsbefischungen entlang der baden-württembergischen Donau wurde jeweils nur ein Exemplar an zwei von insgesamt fünfundsechzig Probestellen gefunden. Aufgrund veränderter Gewässerbedingungen in zahlreichen Gewässerläufen ist die Quappe aktuell ein stark zurückgedrängter und damit gefährdeter Raubfisch.

Die Quappe: Die Quappe, auch Rutte oder Trüsche genannt, ist der einzige Vertreter der Schellfische im Süßwasser. Sie besitzt einen langgestreckten, vorne walzenförmigen, zum Schwanz hin zusammengedrückten Körper. Der Kopf ist breit und etwas abgeflacht und weist ein weites, leicht unterständiges Maul auf. Besondere Kennzeichen der Quappe, der eine braune bis gelbolive Grundfärbung und eine dunkle Marmorierung zu eigen sind, ist ein einzelner Bartfaden am Kinn, außerdem je ein kurzer Bartel am Seitenrand der Nasenlöcher. Charakteristisch sind weiterhin die kehlständigen Bauchflossen und die abgerundete Schwanzflosse.
Von Interesse ist auch die Lebensweise der Quappe, über die viele nur wenig Bescheid wissen. Wer weiß schon, dass wir die Quappe im Gebirge in Bächen und Seen noch in Höhen bis zu 1500 in antreffen; ferner, dass die Quappe - neben dem Karpfen - zu unseren fruchtbarsten Fischen gehört? Ein Weibchen im Gewicht von 1 kg liefert rund eine Million Eier. Die zirka 1 mm großen klebrigen Eier werden an Wasserpflanzen oder Steinen abgelegt.
Fortpflanzung: Die Quappen werden zumeist im dritten, der Rogner mitunter erst im vierten Jahr geschlechtsreif. Nur vereinzelt laicht die Quappe bereits im Alter von zwei Jahren. Die Quappe ist Winterlaicher. Die Laichzeit fällt überwiegend in die Monate November bis Februar. Im Inn zum Beispiel beginnt die Laichzeit in der Regel Mitte Januar. Sie erstreckt sich indes bis weit in den Februar hinein, das heißt, das Quappenvolk wird nach und nach laichreif. Sind Quappen reif, laichen sie innerhalb weniger Tage ab. Wie bei fast allen Winterlaichern haben Quappeneier eine lange Entwicklungszeit. Im Hinblick auf die enorme Laichproduktion überrascht es nicht, dass die Quappe unmittelbar nach der Laichzeit abgemagert und wenig schmackhaft ist, ganz im Gegensatz zu der übrigen Jahreszeit, wo das grätenlose weiße Fleisch und hier besonders die als vorzüglicher Leckerbissen geltende Leber - von den Feinschmeckern als exzellenter Speisefisch gerühmt wird. Das wusste man zum Beispiel auch am Kaiserlichen Hof zu Innsbruck. Hier war die Quappe sehr begehrt. Im Fischbuch des Kaisers Maximilian (1504) heißt es, jede Woche möge ein Zentner Quappen an den Hof nach Innsbruck geliefert werden.
Nach dem Bericht eines Berufsfischers, der seit vielen Jahrzehnten im Inn die Fischerei ausübt, wogen die schwersten von ihm erbeuteten Quappen 2,5 bis 4 kg. Quappen dieser Größe waren ausschließlich Rogner Die schwersten Milchner wogen bis zu 1,5 kg. Schwerere Quappen als 4 kg dürften in deutschen Gewässern kaum (noch) anzutreffen sein.
Lebensraum und Lebensweise: Die Quappe lebt in Fließgewässern und in Seen. Sie hat ein verhältnismäßig großes Sauerstoffbedürfnis. (Deshalb finden wir sie in flachen warmen Seen nicht.) Im allgemeinen ist die Quappe ein Bodenbewohner. Tagsüber ist sie zumeist inaktiv und liegt hier zwischen Steinen, unter Wurzeln, in Löchern, Höhlen und Gumpen verborgen. Während der Dämmerung und der Nacht geht sie auf Nahrungssuche. Bei getrübtem Wasser gelingt es auch tagsüber, eine Quappe an die Angel zu bekommen. Als Köder kommen in erster Linie Tauwürmer, tote Fischchen, Fischfetzen, Hühnerdärme und rohes Fleisch in Betracht. Der Berufsfischer fängt die Quappe hauptsächlich mit dem Stellnetz und selten - mit der Legangel. Die ersten Wintermonate bringen in der Regel den besten Erfolg. Junge Quappen bis etwa 20 cm Länge ernähren sich überwiegend von Würmern, Insektenlarven und anderen kleinen Wassertieren; bisweilen lassen sie sich aber auch Fischeier und Fischbrut schmecken. Größere Quappen sind ausgeprägte Laich- und Bruträuber, darüber hinaus vertilgen sie massenhaft Fische. Besonders groß ist ihr Schaden in Saiblings-, Forellen- und Äschengewässern. Ein Beispiel mag dies belegen: der Seesaibling laicht im Walchensee in einer Tiefe von 70 bis 90 m. Wenn hier zur Laichzeit Saiblinge gefangen werden, um ihre Laichprodukte anschließend zur Erzeugung von Besatzfischen künstlich zu besamen, dann zappeln zusammen mit den Seesaiblingen regelmäßig auch Quappen im Netz. Wozu hält sich die Quappe in dieser Tiefe auf? Sie sucht als Nahrung die Eier des Seesaiblings, mit denen ihr Magen oft zum Bersten gefüllt ist. Die Quappe führt demnach eine Nahrungswanderung in großen Tiefen des Walchensees durch. Mitunter vergreift sie sich auch an den Seesaiblingen selbst. Hierbei entwickelt sie einen derartigen Appetit, dass ihr Saiblinge, die sie kaum bezwingen kann, zum Maul heraushängen.
Wachstum: Die Quappe wächst wie folgt:

Jahr

Länge in cm

I

14

II

25

III

35

IV

42

V

53

VI

60

Eine 60 cm lange Quappe wiegt zirka 1,5 kg. (siehe auch: Fischlexikon)

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2001: Der Stör
(Acipenser sturio, L.)

Der Verband Deutscher Sportfischer hat den Stör (lat.: Acipenser sturio L.) zum Fisch des Jahres 2001 gewählt.

Der "gemeine" Stör, auch echter oder Atlantischer Stör genannt, gilt in Deutschland seit etwa den 30ern Jahren als verschollen oder gar ausgestorben.
Bis ca. in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein, war diese Fischart ein bedeutender Teil der heimischen Fischfauna. Vereinzelt existieren noch Exemplare in wissenschaftlichen Einrichtungen, insbesondere in Frankreich. Der Stör wird 2 bis 3 Meter lang. Es sind in der Literatur sogar Hinweise auf "Rekordlängen von bis zu 5 m und bis zu einer Tonne Gewicht" zu finden. Das Verbreitungsgebiet des Störs reichte von der Ostatlantikküste über Nordskandinavien bis Marokko, es gab ihn im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Seine Laichwanderung führte ihn in Rhein, Elbe und Oder jeweils bis in die Oberläufe. Noch in den zwanziger Jahren wurde ein Stör in der Vechte, ein Nebenfluss der Ems, gefangen. Die Ursachen für sein Verschwinden in Deutschland sind eindeutig. Der Stör wurde Opfer von Flussregulierungen, Gewässerverschmutzungen und Überfischung. Schon im 19. Jahrhundert, als die Störfischerei aus den genannten Gründen zum Erliegen kam, wurde ­ erfolglos ­ versucht, den Stör künstlich zu vermehren. Diese Versuche werden auch heute unternommen. Der Verband Deutscher Sportfischer unterstützt die Versuche, die heute von der "Gesellschaft zur Rettung des Störs (A. sturio L.) e.V., mit Sitz in Rostock, unternommen werden, den Stör vor dem Aussterben zu bewahren und beabsichtigt im Jahr 2001
eine Besatzaktion mit Stören in der Oder durchzuführen, die zum Großteil noch unverbaut ist und daher nahezu ideale Lebensbedingungen für den Stör bietet. Der Stör steht auch stellvertretend für alle aquatischen Lebewesen, deren Lebensraum "Gewässer" durch Eingriffe des Menschen leichtfertig und gedankenlos vernichtet wurden und die für uns fast unwiederbringlich als Bestandteil unseres Ökosystems verloren gegangen sind.
Das Beispiel "Stör" zeigt auch, daß trotz moderner Forschung und vielfältiger Bemühungen die Folgen eines einmal eingeleiteten Prozesses, der die Vernichtung einer Tierart auslöste, nicht so einfach umgesetzt und ungeschehen gemacht werden können. Es wäre schade, wenn unser heimischer Stör auch für die Zukunft in unseren Gewässern als ausgestorbene Art nur noch in unserer Erinnerung leben müsste.(siehe auch: Fischlexikon)

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2000 & 1992: Der Lachs
(Salmo salar, L.)

Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. hat den Lachs zum Fisch des Jahres 2000 gewählt. Er will damit auf die besonderen Aktivitäten zur Wiedereinbürgerung dieser besonders gefährdeten Salmonidenart hinweisen.

Der Lachs ist seit Jahrtausenden in unseren Breiten heimisch gewesen. Der Lachs will sauberes Wasser und unverbaute Flüsse und Bäche, um vom Meer, seinem Hauptlebensraum, in sein Laichgebiet zu kommen, bzw. zwei Jahre nach seiner Geburt im Bach ins Meer abzuwandern. Erst Mitte unseres Jahrhunderts ist er nicht mehr zum Laichen in deutsche Flüsse aufgestiegen. Die Gewässerverbauungen durch unüberwindbare Stauwehre und insbesondere die Verschmutzung unserer Fließgewässer sind verantwortlich für das Verschwinden des Lachses in Deutschland. Die ersten, die sich um die Wiedereinbürgerung des Lachses in Deutschland bemühten, waren die Angler des VDSF. Seit Jahrzehnten setzen sich die Vereine und ihre Mitglieder für die Durchgängigkeit der ihnen anvertrauten Fließgewässer ein. Sie bemühen sich mit erheblichem finanziellen und persönlichen Einsatz um die Sicherung der Fortpflanzung des Lachses. Bei Wind und Wetter - speziell in den kalten Herbst- und Wintertagen, wenn die Laichreife beim Lachs einsetzt, stehen sie bereit, um in speziellen Bruthäusern die aufwendige künstliche Vermehrung dieser Fischart vorzunehmen. Dies ist erforderlich, da die Laichplätze weitestgehend durch Gewässerverbauung nicht mehr erreichbar oder verschlammt sind. Inzwischen zeitigt dieser Einsatz Erfolge. Auch der Staat hat seinen Teil dazu beigetragen. Ein Umdenken in der Gewässerökologie erbrachte den Umbau von Staustufen sowie den Bau von Fischwanderhilfen. Die Verbesserung der Gewässergüte des Rheins beispielsweise, die unermüdlichen Bemühungen der Angelvereine und die Unterstützung durch Länderbehörden sind verantwortlich dafür, dass im Rheinnebenfluss Sieg z.B. bereits seit einigen Jahren wieder aufsteigende, laichbereite Lachse gemeldet werden. Die Wiedereinbürgerungsbemühungen gehen unvermindert weiter. Erste Erfolge bedeuten keine Entwarnung. Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. und seine Mitglieder werden in ihren Bemühungen nicht nachlassen, gemeinsam mit anderen die Voraussetzungen für fischgerechte Gewässer und für die Wiedereinbürgerung insbesondere des Lachses zu schaffen. Das Jahr des Lachses, das Jahr 2000, soll Zeichen für die Zukunft setzen. Für eine gesunde Natur, für artenreiche Flüsse, für den Lachs, der bei uns wieder ein Zuhause haben soll. Weiter Infos zur Situation in Baden-Württemberg und zur Fischart Der Lachs war zu allen Zei­ten in den Nord- und Ostsee­zuflüssen unseres Landes hei­misch. So auch im baden-württembergischen Bereich des Rheins. Den Neckar scheint der Lachs im Gegensatz zum dort massenhaft aufsteigenden Maifisch weitgehend gemieden zu haben. Seit etwa Mitte des letzten Jahrhunderts bis in die achtziger Jahre hinein war der Lachs so gut wie verschwunden. Zwischenzeitlich ist bekannt: die Bach- und Flussquerbauwerke machen dem Wanderfisch Lachs die Reise in seine Laichgewäs­ser in den Oberläufen unmöglich. Insbesondere am Rhein wurden diese ökologischen Miss­stände erkannt. Mit riesigem finanziellen Aufwand werden dort Fischtreppen in die Staustufen gebaut, Umge­hungsgerinne ermöglichen an immer mehr Fließgewässern die Wanderung der Salmoniden zu ihren Laichgewässern. (siehe auch: Fischlexikon)

V. i. S. d. P. - Verband Deutscher Sportfischer e. V. - Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit
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1999: Der Nordseeschnäpel
(Coregonus oxyrhynchus)

Der Verband Deutscher Sportfischer e. V. hat den Nordseeschnäpel zum Fisch des Jahres 1999 gewählt. Er will damit auf die Gefährdungssituation dieser Wanderfischart hinweisen.

Der Nordseeschnäpel gehört zu den Coregonen (lat. Coregonus oxyrhynchus), wie Maränen, Felchen und Renken. Er kann über 50 cm lang und mehr als 2 kg schwer werden. Er ist an seiner nasenförmig verlängerten Schnauze und seiner Fettflosse leicht erkennbar. Der Schnäpel steigt im Herbst zum Laichen, ähnlich wie der Lachs, aus dem Meer in die Flüsse auf und wandert als Jungfisch in die Küstengewässer der Nord- und Ostsee. Vor 100 Jahren wurden jährlich noch über 30.000 kg in den Unterläufen von Rhein, Elbe, Weser, Ems und Eider gefangen.
In den 50er Jahren sind die früher reichen Bestände rapide zurückgegangen. In den 70er und 80er und bis in unser Jahrzehnt galt der Schnäpel als ausgestorben. Auch in der Ostsee gab es starke Schnäpelbestände. Der Ostseeschnäpel unterscheidet sich äußerlich nicht vom Nordseeschnäpel, gilt aber als eigene Unterart. Zur Zeit wird versucht, über eine DANN-Analyse die beiden Arten zu definieren. Mit zunehmender Verschmutzung der Flußmündungsgebiete, durch Schiffbarmachung der Flüsse, Vernichtung von Laichplätzen und Überfischung war der Nordseeschnäpel schließlich ganz verschwunden.
Ende der 80er Jahre wurden im Rahmen des schleswig - holsteinischen Fischartenhilfsprogramms die vom Aussterben bedrohten Nordseschnäpel mit ursprünglich dänischem Eimaterial erfolgreich gezüchtet und vorgestreckt. Inzwischen sind in einigen Flussläufen Wiedereinbürgerungsmaßnahmen mit Nordseeschnäpeln durchgeführt worden. Zugleich wurde er unter vollständigen Schutz gestellt. (siehe auch: Fischlexikon)

Verband Deutscher Sportfischer e.V. V.i.S.d.P. Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit ­
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1998: Der Strömer
(Leuciscus souffia agassizii, Valenciennes)

Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF) hat den Strömer zum Fisch des Jahres 1998 gewählt. Mit dieser Wahl will der VDSF auf eine Kleinfischart aufmerksam machen, die weithin unbekannt seit einiger Zeit auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Fischarten steht.

Der Strömer kommt vor allem im baden-württembergischen Rhein- bzw. im bayerischen Donaueinzugsgebiet vor, Vorkommen im mittleren und nördlichen Deutschland sind nicht bekannt.
Der Strömer wird meist nur bis 20 cm lang. Er ist ein ausgesprochener Friedfisch, der wie die Äsche - schnellfließendes, sauberes und sauerstoffreiches Wasser braucht. Der karpfenartige Kleinfisch ernährt sich vor allem von Kleintieren aller Art.
Der Strömer, der leicht an seiner Färbung (orange-gelb punktierte Seitenlinie, orange-gelbe Flossenansätze) erkennbar ist, laicht in den Monaten März bis April. Das Weibchen legt seine 6.000 - 8.000 Eier auf feinkörnigen Kies.
Früher kam der Strömer in großen Mengen in den Fließgewässern des baden-württembergischen Rhein-Neckar-Gebietes und in bayerischen Donauzuflüssen vor. Vor allem wegen der Gewässerverbauungen (Wehre und Staustufen) wurde der Lebensraum des Strömers z.T. dramatisch verändert, so dass heute sein Bestand als stark gefährdet angesehen werden muss.
Im Bemühen um einen Artenreichen und ausgewogenen Fischbestand in unseren Gewässern ruft der Verband Deutscher Sportfischer e.V. zum besonderen Schutz und zu Wiedereinbürgerungsmaßnahmen des Strömers auf. Zu derartigen Maßnahmen gehören vor allem die Verbesserung der Wasserqualität sowie die Erhaltung und Schaffung natürlicher schnellfließender und strukturierter Gewässer, ohne die eine erfolgreiche Wiedereinbürgerung nur wenig Sinn hat. (siehe auch: Fischlexikon)

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1997: Die Äsche
(Thymallus thymallus, Linné)

Das Präsidium des VDSF hat die Äsche zum Fisch des Jahres 1997 erklärt, um so auf die bedrohliche Gefährdung dieser heimischen Fischart besonders aufmerksam zu machen.

Die Äsche ist in Deutschland eine Fischart, die klare, sommerkalte und raschströmende Gewässer als Lebensraum bevorzugt. Ihr Vorkommen ist von ganz bestimmten charakteristischen, ökologischen Bedingungen ihres Lebensraums abhängig. Die Empfindlichkeit sowohl gegen Verschlechterungen der Wasserqualität als auch Unverträglichkeiten des Lebensraums mit ihren Lebensansprüchen durch z.B. Gewässerverbauung und Stauhaltung führten in den letzten Jahren zu einem drastischen Rückgang ihres Bestandes.
Die Äsche ist vor allem im süddeutschen Raum bestandsbedroht. Der letzte Winter mit seiner langdauernden Kälteperiode hatte eine gewaltige Kormoraninvasion auf die eisfreien Salmonidengewässer zur Folge. Zahlreiche Fischwasserabschnitte gelten derzeit als "fischleer", wertvolle Laichfischbestände der Äsche sind vernichtet.
Ihre Aufzucht in Teichwirtschaften ist heikel. Laichfische erreichen in Teichen nicht die für die Eiabgabe erforderliche Hochreife. So müssen von laichbereiten Elterntieren aus Wildfängen die Fortpflanzungsprodukte gewonnen werden.
Die organisierten Fischer sind nunmehr gefordert, mittels geeigneter Maßnahmen insbesondere die Äschenpopulation neu aufzubauen, für einen geeigneten Lebensraum zu sorgen und deren Bestandsdichte zu verbessern. (siehe auch: Fischlexikon)

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1996: Die Meerforelle
(Salmo trutta trutta, Linné)

Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) hat die Meerforelle zum "Fisch des Jahres 1996" gewählt. Die jahrzehntelangen Rettungsversuche der Angler im VDSF sind von Erfolg gekrönt. Die Meerforelle scheint in Deutschland wieder heimisch zu werden!

Kaum eine Fischart ist so abhängig von sauberem Wasser wie die Meerforelle (Salmo trutta trutta). Wie ihr nächster Verwandter, der Lachs, gehört sie zu den anadromen, also wandernden, Fischarten. Die Meerforelle pflanzt sich in den Oberläufen unserer Flüsse fort, wandert etwa 2- bis 4jährig ins Meer ab, um als erwachsener Fisch wieder zum Laichen in die Flüsse aufzusteigen.
Größte Bedrohungen dieser in Deutschland noch vor einigen Jahren fast verschwundenen Fischart waren die Gewässerverschmutzung und die Stauwehre in den Flüssen.
Unüberwindlich für sie ist der Weg zu den hiesigen Laichgründen in den Oberläufen der Nebenflüsse von Rhein, Weser, Elbe und Oder. Nur wenige kleinere Flüsse in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen bieten ihnen ungehindert die Möglichkeit zur Wanderung flussaufwärts.
Seit vielen Jahren kämpfen die Angler im VDSF um die Wiedereinbürgerung der Meerforelle mit großem Aufwand - und mit Erfolg! Die Meerforelle steigt wieder in unsere Flüsse auf. Ohne die Bemühungen ungezählter Vereine in VDSF-Landesverbänden z.B. bei der Erbrütung von Meerforelleneiern, der Renaturierung von Flüssen und Bächen durch aufopferungsvolle ehrenamtliche Arbeit, ohne die z.T. unendlich scheinende Kleinarbeit auch im Kampf um Genehmigungen bei Behörden wäre es um die Meerforelle und damit auch um den Lachs in Deutschland geschehen.
Schon seit einigen Jahren aber wurden Meerforellen sogar in Rheinnebenflüssen wie Sieg und Mosel gesichtet. Ein schöner Erfolg der dortigen engagierten Angelvereine.
Es besteht begründete Hoffnung, dass die Meerforelle in Deutschland wieder eine Zukunft hat. Unüberwindlich für sie sind immer noch viele Stauwehre und andere Verbauungen deutscher Flüsse - unüberwindlich für sie, nicht aber für uns, die deutschen Angler. (siehe auch: Fischlexikon)

Verband Deutscher Sportfischer e.V. V.i.S.d.P. Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit ­
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1995: Der Aal
(Anguilla anguilla, Linné)

Der Aal (Anguilla anguilla L.) ein bekannter und als Speisefisch geschätzter heimischer Fisch, ist vom VDSF zum Fisch des Jahres 1995 erklärt worden.

Der Aal, der übrigens im Sargassomeer laicht und nach einer Wanderzeit von ca. 3 Jahren als Jungaal (Glasaal) , unterstützt vom Golfstrom, vom Meer in unsere Flüsse aufsteigt und dann mit ca. 10 Jahren wieder zurück ins Meer abwandert, ist zwar heute noch verbreitet, jedoch gehen die Glasaalbestände dramatisch und ständig zurück, so daß diesem faszinierenden Fisch in einigen Jahren ernsthafte Gefährdung droht, zumal seine künstliche Nachzucht unmöglich ist.
Für die Gefährdung des Aals sind vielfältige Einflüsse ursächlich, wie die auch heute noch vorhandene Belastung unserer Binnengewässer und vor allem deren Verbauung. Auch der Ausbau einiger Flüsse zu Großschifffahrtsstraßen und in den Auswirkungen besonders dramatisch, das Betreiben von Wasserkraftanlagen, Schleusen und Wehren. Das durch die verschlechterten Lebensbedingungen gehäufte Auftreten von Krankheiten und Parasitosen, die z.T. aus dem Ausland eingeschleppt wurden, die Überfischung der Bestände durch die Berufsfischerei, die in einigen romanischen Ländern vorkommende Verwendung der kleinen Glasaale als Leckerbissen oder deren Verkauf zur Mast sowie vor allem die übermäßige Vermehrung von Fressfeinden (z.B. Kormoran), machen dem Aal überdies das Leben schwer.
Angesichts des europäischen Naturschutzjahres 1995 erinnert der VDSF mit dieser Wahl eindringlich daran, dass vorausschauender Naturschutz nicht als Planspiel unter Ausschluss des Menschen und auf Inseln stattfindet, sondern in einer Kulturlandschaft, die ständig, ebenso wie deren Tier- und Pflanzenwelt, vielfältigen Einflüssen des Menschen unterworfen ist.
Der Fisch des Jahres 1995 ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedlichste Einflüsse zusammen wirken und den Fortbestand einer Art zunehmend in Frage stellen. (siehe auch: Fischlexikon)

Verband Deutscher Sportfischer e.V. V.i.S.d.P. Wolfgang Düver - Referent für Öffentlichkeitsarbeit ­
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1994: Die Nase
(Chondrostoma nasus, Linné)

Ausersehen dafür werden jährlich Arten, deren Bestand infolge schädigender Einflüsse auf die Gewässer oder aus anderen Gründen stark beeinträchtigt oder gar vom Aussterben bedroht sind. Die Nase (lateinisch: Chondrostoma nasus, Linné) zählt dazu.

In vielen Flüssen gilt die Nase als "vom Aussterben bedroht", in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg als "gefährdet" und für das Gebiet der neuen Bundesländer sogar als "ausgestorben".
Eine der Ursachen für den Rückgang dieser einstigen "Massenfischart" ist vor allem die Verbauung unserer Fließgewässer. Fischzughindernisse verurteilen den Mittelstreckenwanderer Nase zu einer genetischen Vereinzelung seiner Bestände.
Durch den Einbau von Wehren wurden häufig auch Nebengewässer abgetrennt, in denen sich vorher wertvolle Nasenlaichplätze befanden.
In vielen Gewässern wurde durch Querverbauungen die Geschiebeführung verhindert. Dadurch wurde die natürliche Verjüngung der Kiesbänke unterbunden.
Somit gingen wertvolle Brutenentwicklungsplätze verloren. Außerdem führte die Befestigung der Ufer zu einer Verarmung an Struktur, unter der nicht nur die Jungfische der Nase zu leiden haben.
Ein weiterer Gefährdungsfaktor ist die antropogene Gewässerverschmutzung, unter der die Nase besonders leidet. So werden bei Befischungen immer wieder Tiere mit verkrümmten Rückgrat gefangen. Häufig kommen Fische mit Geschwüren oder Erblindungen, ausgelöst durch Krankheiten und Parasiten, in den Gewässern vor.
Die Nase, so genannt wegen ihres extrem unterständigen Maules, dass es wie eine "Nase" aussehen läßt, lebt - oder besser - lebte als geselliger Schwarmfisch in den schnellfließenden Gewässern Mittel- und Osteuropas von der Barben - bis zur unteren Forellenregion.
Seit jeher war die Nase in z.B. bayerischen Gewässern ein typischer Begleitfisch der Äsche.
Sie bildete in manchen Flüssen bis in die fünfziger Jahre noch Massenbestände, die dem Beobachter während der Laichzeit im Frühjahr ein einzigartiges Naturschauspiel boten. (siehe auch: Fischlexikon)

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