Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

A n g e l n  -  E n t s p a n n e n  -  H e g e n  -  S c h ü t z e n  -  P f l e g e n

Tote Fische im Leinbach
red

Schwaigern - Mehrere tote Fische entdeckte ein Spaziergänger am Montagabend in Höhe des Schwaigerner Bachweges im angrenzenden Leinbach. Eine Polizeistreife des Lauffener Reviers suchte anschließend das Ufer des Leinbaches ab und entdeckte von Schwaigern bis Ortsmitte Niederhofen weiter verendete Forellen.
Um wie viele tote Bachforellen es sich letztendlich handelte, konnten auch die mit den weiteren Ermittlungen betrauten Beamten des Arbeitsbereiches Umwelt- und Gewerbe (AUG) der Heilbronner Wasserschutzpolizei bisher nicht genau feststellen. Mehre Fische wurden sichergestellt. Zudem wurden an verschiedenen Stellen Wasserproben entnommen. Ein Ergebnis der Untersuchungen liegt bisher noch nicht vor.
Die Beamten des AUG vermuten, dass die Fische wegen Sauerstoffmangels eingegangen sind. Möglicherweise gelangte ein sauerstoffbindender Stoff in das Gewässer. Um welche Substanz es sich dabei handeln könnte und wie diese in den Bach gelangte, ist noch unklar. Da einige Fische möglicherweise bereits seit zwei oder drei Tagen tot sind, könnte die Ursache für dieses Fischsterben einige Tage zurück liegen. Die Ermittlungen dauern noch an.

(aus der Heilbronner Stimme 15.08.2006)


Fischsterben in der Sulm
red

Ellhofen - Wahrscheinlich bis zu sechs Zentner, also mehrere hundert Bachforellen sind in der Sulm verendet. Die toten Tiere wurden am Dienstag in der Sulm zwischen Ellhofen und Neckarsulm gefunden. Die Ermittlungen der Umweltspezialisten der Heilbronner Polizeidirektion haben ergeben, dass es keine Hinweise auf ein Problem in einer Kläranlage gab. Es wird nicht ausgeschlossen, dass durch den Starkregen beim Gewitter am Montagabend irgendwelche giftigen Stoffe in den Bach geschwemmt wurden. Es wurden Wasserproben entnommen, die untersucht werden sollen. Die Ermittlungen dauern an.

(aus der Heilbronner Stimme 21.06.2006)


Mehr als 100 tote Fische in der Elsenz
Von Simon Gajer 

Ein grausiges Bild bot sich den Angelsportvereinen aus Richen und Steinsfurt: Über das Wochenende sammelten sie über 100 tote Fische aus der Elsenz ein. Die Ursache dafür ist unbekannt.
Michael Hilspach von den Steinsfurter Anglern ist entsetzt. Sie pachten die Elsenz von Ittlingen bis Sinsheim, und in ihrem Abschnitt dürften seiner Ansicht nach wohl kaum noch Fische leben. „In ihr ist fast nichts mehr drin“, beschreibt der Schriftführer die Situation nach dem Wochenende. Die Steinsfurter haben die Elsenz erst einmal gesperrt, auch das traditionelle Vatertagsfischen ist abgesagt.
Für den gerade einmal 25 aktive Mitglieder zählenden Angelsportverein aus Richen gleicht es beinahe einer finanziellen Katastrophe: 100 tote Forellen und Rotaugen mussten die Aktiven abfischen. „Ich schätze mal“, sagt Vorsitzender Heino Größ, „dass der komplette Besatz tot ist.“ Acht Zentner Fisch hatten die Angler in diesem Jahr eingekauft, 1000 Euro haben sie dafür ausgegeben. Auf die Fischer kommen nicht nur die Kosten neuer Tiere zu: Sie haben übers Wochenende beim Landesfischereiverband eine eigene Untersuchung in Auftrag gegeben. Diese verschlingt weitere 1000 Euro, für die die Mitglieder vorerst aufkommen müssen.
So lange, bis der Schuldige gefunden ist. Die Polizei untersucht Wasserproben und verendete Fische. Ein Ergebnis steht noch nicht fest, eine andauernde Gefahr für das Flüsschen bestehe aber nicht. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen die Beamten davon aus, dass Sauerstoffmangel das Fischsterben ausgelöst hat, sagt Rainer Köller, Pressesprecher der Polizeidirektion Heilbronn. Auch wenn die Ermittler nicht annehmen, dass Pflanzenschutzmittel eingeleitet wurden, „möchten wir es aber auch nicht ausschließen“.
„Wir hatten keine technische Panne“, betont Sönke Brenner, Sprecher der Stadt Eppingen, und meint damit die Kläranlage an der Elsenz. Als im Juni 2003 schon einmal dutzende Fische verendeten waren, stand sie in der Kritik. Nach einem Gewitter war bei ihr für 45 Minuten nichts gegangen - wegen eines Stromausfalls. „Eindeutig“, so Brenner, habe der Wirtschaftskontrolldienst bestätigt, dass dies „nicht ursächlich“ für das Fischsterben war. Zumal damals keine ungeklärten Gewässer ausgetreten seien. Als Angler mit einem Prozess drohten, zahlte ihnen die Stadt aber 1300 Euro - „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“.

(aus der Heilbronner Stimme 22.05.2006)


Fischsterben zur Weinkampagne
von red

Ein größeres Fischsterben wurde am Dienstag im Unterlauf der Zaber beobachtet. Offenbar wegen des zur Weinkampagne stark belasteten Abwassers funktionierte die Kläranlage Untere Zaber nicht mehr ausreichend, teilte die Polizei mit. Sauerstoff zehrendes Abwasser geriet in den Fluss und führte zum Tod vieler Fische und Fischnährtiere. Das Ausmaß ist nach Angaben des Wirtschaftskontrolldienstes momentan noch nicht absehbar. Die Stadtverwaltung Brackenheim appelliert an Wein- und Obstbaubetriebe sowie Brennereien, künftig keine Stoffe in das Abwassernetz einzuleiten, die die Reinigungswirkung des Klärwerks beeinträchtigen: insbesondere Traubensaft, Trester oder Hefe. Die Stoffe sollten gesammelt und gegebenenfalls auf die Felder ausgebracht werden. Einleiter von zu hohen organischen Schadstoffwerten müssten mit Anzeigen und Schadensersatzforderungen rechnen.

(aus der Heilbronner Stimme 28.10..2004)


Sauerstoffzehrendes Abwasser verursacht Fischsterben
von red

Lauffen/Meimsheim - Ein größeres Fischsterben wurde am Dienstag in der Zaber beobachtet.
Offensichtlich aufgrund der derzeit stattfindenden Weinkampagne und des daraus resultierenden stark organisch belasteten Abwassers war die Kläranlage „Untere Zaber“ nicht mehr in der Lage, ihre Funktion ausreichend zu gewährleisten. Sauerstoffzehrendes Abwasser geriet in den kleinen Fluß und führte zum Tod vieler Fische und Fischnährtiere. Seitens der Kläranlage war mit allen Mitteln versucht worden, das Unglück zu verhindern. Eigene Belüftungsmassnahmen zur Erhöhung des Sauerstoffgehalts in der Zaber fruchteten jedoch nicht. Das Ausmaß ist nach Angaben des ermittelnden Wirtschaftskontrolldienstes im Moment noch nicht absehbar.

(aus der Heilbronner Stimme 27.10..2004)


Tote Fische im Michelbach
von Yvonne Tscherwitschke

Große Forellen liegen auf Steinen. Sie sind tot. Kleine Fische liegen auf dem Grund. Sie sind auch tot. Außerdem stinkt der Michelbach. Das beunruhigt die Anwohner.
Am Samstag fiel den Michelbachern das Fischsterben auf. Im Bach planschende Kinder hatten die toten Fische entdeckt. Die Anwohner alarmierten die Polizei. Der Wirtschaftskontrolldienst (WKD) war noch am späten Abend vor Ort. "Da waren die Fische aber schon mehr als 24 Stunden tot", sagt Ernst Baudermann vom WKD. Die Zersetzung sei dann bereits soweit fortgeschritten, dass eine Laboruntersuchung keine Erkenntnisse bringe. Baudermann hat Wasserproben entnommen. Die ergaben Sauerstoffmangel als Ursache für das Fischsterben. "Die Frage ist nur, was den Sauerstoffmangel verursachte." Baudermanns erster Eindruck: Der Bach ist nicht sehr gepflegt, dazu wenig Niederschlag und die Wärme. "Und dann wäre noch zu klären, inwieweit die Bauarbeiten dafür ursächlich waren." Derzeit wird der Michelbach renaturiert, an seinem Rand entsteht ein Baugebiet. Gestern stand der Bagger still. Mit dem Fischsterben aber hatte dies nichts zu tun. "Der Entsorgungsbetrieb, der die Container abfährt, hat Insolvenz angemeldet", erklärt Peter Seiler vom Öhringer Stadtbauamt den Stillstand. Seiler hat selbst schon tote Fische im Michelbach beobachtet. Am 25. Mai war der Michelbach schon einmal trüb und viele gleich große, etwa 25 Zentimeter lange Fische schwammen mit dem Bauch nach oben. Und zwar oberhalb der Baustelle, sagt Seiler. Er versuchte, die Ursache zu ergründen - vergeblich. "Sonderbar" fand Seiler gestern Vormittag das Fischsterben, konnte sich aber kaum vorstellen, dass es von den Renaturierungsarbeiten am Bach oder den Sanierungsarbeiten auf dem ehemaligen Sägewerksgelände verursacht wurde. Beim Ausbau der Öl- und Benzintanks und beim Entsorgen des Schutts, der 1940 bei einem Brand des Sägewerks anfiel, werde äußerst sorgfältig gearbeitet, zumal der Bach im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet liegt. Gestern Nachmittag dann kam die Nachricht aus dem Öhringer Rathaus: Ein Kanal sei verstopft gewesen, deshalb sei Abwasser in den Bach geflossen. Das Kanalreinigungsfahrzeug sei bereits unterwegs. Rathaussprecherin Ingrid Breuninger: "Es ist eindeutig festgestellt, dass die Verunreinigung des Wassers nicht durch die Bauarbeiten oder durch den Bodenzustand hervorgerufen wurde."

(aus der Heilbronner Stimme 27.07..2004)


Massensterben im Bachlauf
Von Rudolf Landauer

Unzählige Forellen, Aale, Bachsaiblinge, Rotaugen, Barsche, Barben und sogar einzelne Bachkrebse fanden in den vergangenen Tagen in der Brettach bei Neuenstadt den Tod. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Der Wirtschaftskontrolldienst der Polizei ermittelt, ob das Massensterben durch Abwasser aus der Kläranlage bei Langenbrettach verursacht wurde.

Unzählige Fische und viele Krebse verendeten im Wasser der Brettach, dem offenbar der Sauerstoff entzogen wurde. An der Jäcklemühle bleiben viele Fische im Rechen hängen. (Fotos: Rudolf Landauer)

Am Rechen der Jäcklemühle landen im kurzen Takt tote Fische an und werden vom Mühlenbesitzer Hartmut Kupfer entfernt. "Das ist eine sehr schmerzliche Tragödie, was sich hier abspielt", meinte der Müller. Am Donnerstag vor einer Woche kontrollierte Kupfer um fünf Uhr am Morgen sein Gewässer und den Rechen am Mühlkanal der zur Turbine führt. "Ich glaubte nicht gleich was ich sah, viele tote Fische hingen darin", berichtete er. Hartmut Kupfer verständigte sofort den Mitpächter

Betrübt und traurig schaut Eberhard Engstler bei der Jäcklemühle in die Fluten der Brettach. Nahezu der gesamte Fischbestand ist in seinem gepachteten Gewässer vernichtet worden.

des Fischwassers und Sprecher der Fischereigemeinschaft Neuenstadt, Eberhard Engstler. Die Gemeinschaft hat die Brettach von der Stadt Neuenstadt gepachtet. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet, die auch Untersuchungen durchführte. Engstler informierte auch unverzüglich Bürgermeister Norbert Heuser. Durch den gestern einsetzenden Regen stieg plötzlich die Zahl toter Fisch erneut an. Bei einer Gewässerbegehung fiel den Beteiligten gestern auch auf, dass dem Wasser ein fauliger, ja übler Geruch entstieg. Auch Norbert Engstler überzeugte sich davon. "Das geht uns alle an, wir müssen klären wie es zu diesem Ereignis kam", meinte Neuenstadts Stadtoberhaupt. Kleine, laut Aussage von Eberhard Engstler sonst nicht in den Brettach schwimmende schwarze Klumpen trieben pausenlos auf das Wehr der Mühle zu und zerplatzten beim Überströmen. Traurig schaute Angler Engstler in die Fluten: "Was besonders hart ist, dass der gesamte Fischnachwuchs und auch die Kleinlebewesen dabei umkamen", meinte er und zeigte auf etliche, etwa zehn Zentimeter lange kleine Forellen, die tot im Wasser trieben. "Eine derartige Katastrophe habe ich noch nicht erlebt", sagte der Pächter. Etwa acht Zentner Fische setzt die Fischereigemeinschaft jedes Jahr in dem Abschnitt zusätzlich ein. Der Gewässerökologe Dr. Berthold Kappus wurde eingeschaltet. Er fertigt derzeit ein Gutachten über den Schädigungsgrad an. Eine Schuldzuweisung erscheint derzeit noch verfrüht, obwohl einige Fakten in Richtung Verbandskläranlage Brettachtal weisen. Denn oberhalb der Kläranlage in Brettach gibt es keine toten Fische und die Brettach riecht am Wehr der Brettacher Mühle auch wie sonst, meinte Engstler. Tatsächlich trat das Fischsterben erst unterhalb der Anlage auf. Und hier stinkt es auch gewaltig nach Abwasser. Gewässerexperte Dr. Kappus mutmaßt, dass es unterhalb des Auslaufs der Kläranlage in die Brettach in Trockenzeiten und in ruhigen Gewässerabschnitten zu Schlammablagerungen und Klumpenbildungen kam. Durch die Regenfälle wurden diese gelöst. Im strömenden Wasser richteten sie dann möglicherweise diese Tragödie an. Polizeisprecher Reiner Köller: "Der Wirtschaftskontrolldienst der Polizei hat auch das Klärwerk am Freitag kontrolliert und Proben entnommen, die aber derzeit noch untersucht werden. Bis zur endgültigen Klärung bleibt den Betroffenen die Hoffnung, dass der Schaden reversibel ist und sich die Brettach von diesem ökologischen Schock erholen wird."

(aus der Heilbronner Stimme 08.05.2004)


Fischsterben in der Brettach

Neuenstadt - Durch einen Pächter des Fischgewässers in der Brettach in Neuenstadt sind am Donnerstagmorgen mehrere tote Fische beim Wehr festgestellt worden. Allem Anschein nach sind die Tiere an Sauerstoffmangel verendet. Der Wirtschaftskontrolldienst wurde verständigt, die Beamten entnahmen Wasserproben. Welche Ursache für den Sauerstoffmangel vorliegt, ist nicht bekannt. Auch ob schädliche Stoffe in die Brettach eingeleitet wurden und wie viele Fische tatsächlich gestorben sind, kann derzeit nicht gesagt werden. Die Ermittlungen sind noch im Gange.

(aus der Heilbronner Stimme 30.04.2004)


Ellhofen - Fischsterben Sulm 2003

28.04.2003 - 19 Uhr: Beim diesjährigen Forellenbesatz in der Sulm wurde von den Gewässerwarten ein erneutes Fischsterben festgestellt. Polizei und WKD wurden alarmiert und die Ermittlungen aufgenommen. Der Besatz wurde abgebrochen und auf unbestimmte Zeit verschoben, d.h. in der Sulm auf Gemarkung Weinsberg und Neckarsulm werden vorerst keine Forellen mehr besetzt, bis die Ursachen geklärt sind und die Folgen der Katastrophe absehbar werden. Das Fischsterben betraf in erster Linie Forellen, die, aufgrund der festgestellten Symptome, vermutlich durch Sauerstoffmangel verendet sind. Die meisten toten Salmoniden wurden unterhalb der Autobahnbrücke in Weinsberg gezählt. Kontrollmessungen oberhalb dieser Stelle zeigten vor allem große Defizite in der Sauerstoffsättigung des Gewässers, was auf eine Einleitung deutet. Wir informieren sie, wenn wir weiteres erfahren...

Fischsterben in der Sulm: Ende April verendeten einige Fische in der Sulm. Die betroffenen Anglervereine äußerten zunächst den Verdacht, eine Störung in der Gruppenkläranlage könnte die Ursache sein. Im Ellhofener Gemeinderat gab Bürgermeister Wolfgang Rapp bekannt, der Wirtschaftskontrolldienst (WKD) habe die Untersuchungen abgeschlossen.
Und die Staatsanwaltschaft Heilbronn habe das Verfahren (Anzeige gegen Unbekannt) eingestellt, da der WKD zum Ergebnis gekommen sei, "dass für das Fischsterben weder Erkenntnisse bezüglich der Ursache gewonnen noch irgendwelche konkrete Anhaltspunkte ermittelt werden konnten". (kin)

(aus der Heilbronner Stimme 15.09.2003)


Der gesamte Karpfenbestand ist ausgelöscht

Fischsterben im oberen Eichbottsee in Leingarten - Insgesamt zehn Zentner tote Karpfen - Über die Ursache wird noch gerätselt - "Ich bin geschockt." Hans Ulrich, der Vorsitzende des Fischereivereins Leingarten, schüttelt traurig den Kopf. "So ein schöner Altbestand. Die Tiere waren kerngesund." Am Vormittag des 2. Mai wurde Ulrich von einem Spaziergänger informiert: "Da schwimmen tote Karpfen im See." Noch am gleichen Tag wurden von Ulrichs Sohn Michael und Gewässerwart Wilfried Hochuli insgesamt 20 verendete Fische, jeder zwischen vier und acht Kilo schwer, aus dem Wasser gefischt. Seitdem sind die Leingartener Fischer jeden Tag mit Boot und Kescher im Einsatz, um Karpfen zu bergen und anschließend zu begraben. 96 tote Tiere mit einem Gesamtgewicht von rund 486 Kilogramm, so lautete die Zwischenbilanz am Mittwochabend. Damit ist praktisch der gesamte Karpfenbestand verendet. Was das Fischsterben ausgelöst hat, ist noch unklar. Fest steht, dass ausschließlich Karpfen - eigentlich keine besonders empfindlichen Fische - betroffen sind. Hecht, Zander, Regenbogenforelle, Aal, Schleie oder Rotfeder fühlen sich offenbar nach wie vor wohl, lassen keinerlei Symptome einer Erkrankung erkennen. Am Wasser, sagt dann auch Hans Ulrich, liegt es nicht: " Das ist in einem Top-Zustand." Auch der Sauerstoffgehalt sei in Ordnung. Von einer guten Wasserqualität geht auch Dr. Berthold Kappus aus. Der Fisch- und Gewässerbiologe aus Neudenau, der als Sachverständiger für Gewässerbiologie im Einsatz ist, hat sich vor Ort umgesehen und auch einige Karpfen seziert. Er vermutet, dass das Karpfensterben durch einen artspezifischen Außenparasiten, das Wimpertier Chilodonella cyprinidi, oder einen verwandten Einzeller ausgelöst wurde. Dafür spricht unter anderem, dass die Schleimhaut der Fische praktisch komplett aufgelöst war. Denkbar wäre auch, dass ein Virus eingeschleppt wurde. Doch das wird erst die genaue tierärztliche Analyse ergeben. Vereinschef Hans Ulrich hat einige Tiere bereits beim Fischgesundheitsdienst in Fellbach, einer Dienststelle des Landes, abgeliefert. Der Befund wird im Lauf der nächsten Woche erwartet. Wie ein solches Virus ins Wasser gelangt sein könnte, darüber kann Ulrich nur spekulieren. Vielleicht durch einen befallenen Fisch, der im Eichbottsee eigentlich nichts zu suchen hat? Immer wieder haben die Leingartener Fischer in den vergangenen Jahren Goldfische oder auch Aquarienfische in ihrem Gewässer entdeckt. " Wenn die Leute in Urlaub fahren, entsorgen sie manchmal hier ihre Tiere", bedauert Vereinschef Ulrich. Ob das Fischsterben etwas damit zu tun hat, dass vor etwa vier Wochen - erstmals seit zehn Jahren - ein Zentner Spiegelkarpfen neu eingesetzt wurde, muss noch geklärt werden. "Wir wollten den Bestand auffrischen", so Ulrich. Fest steht, dass neben dem ökologischen auch ein beträchtlicher finanzieller Schaden entstanden ist. Und noch weiß niemand, wann wieder Karpfen im Eichbott-See eingesetzt werden können. Zunächst einmal müssen die Fischer auf die genauen Untersuchungsergebnisse warten.

(aus der Heilbronner Stimme 09.05.2003)


"Es hat richtig nach Öl gestunken"

Heizöl in Löwensteiner Bach stammt von Wochenendhaus - Folgen des Vorfalls umstritten - Der Muselbach-Zufluss plätschert direkt am Haus von Ernst Keller vorbei. Er alarmierte an Karfreitag die Polizei. "Es hat richtig nach Öl gestunken", erzählt Keller. Schon am Donnerstag sei ihm der starke Geruch aufgefallen. "Da habe ich aber nicht mehr in den Bach geschaut." Als er das dann am Freitag getan habe, sei ihm sofort das "rote Zeug" auf dem Wasser aufgefallen. Die Feuerwehr richtete daraufhin fünf Ölsperren ein (wir berichteten). Wie kommt Heizöl in einen Bach? Der Wirtschaftskontrolldienst der Polizeidirektion Heilbronn (WKD) ermittelte gestern die Ursache. Der Besitzer eines Wochenendgrundstücks habe im Dezember im Keller einen Öltank geleert. Dadurch seien einige Liter über einen Bodenablauf in eine so genannte Quellfassung gelangt, die mit einem Schieber verschlossen ist. Am vergangenen Donnerstag wurde dieser Schieber laut WKD probeweise geöffnet. "Hierbei gelangte das mit Öl verunreinigte Wasser in den Zufluss zum Muselbach", erklärt Polizeisprecher Torsten Weidemann. Der Verursacher müsse mit einer Anzeige rechnen. Inwieweit der Bach in Mitleidenschaft gezogen wurde, werde noch ermittelt. Nach Angaben des WKD seien die Schäden wohl nicht gravierend. Zu einem Fischsterben sei es nicht gekommen. Die Einschätzung von Wolfgang Schilling, Umweltdezernent des Landkreises Heilbronn, sieht ähnlich aus. Einer seiner Mitarbeiter sei an Karfreitag vor Ort gewesen. Nach derzeitigem Wissensstand habe es zwar eine Verschmutzung, aber keine größeren Schäden gegeben. Mit Problemen für die Sulm - in sie fließt der Muselbach - rechnet Schilling wegen des Verdünnungseffekts nicht. Karl-Heinz Kolaska, stellvertretender Vorsitzender des Fischereivereins Breitenauer See, beurteilt die Sachlage anders. Zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern hat er den Muselbach gepachtet. "Es ist alles weg ", meint Kolaska. Von den eingesetzten Kleinfischen wie Moderlieschen oder Elritzen sei nichts mehr zu sehen. Das gelte auch für wichtige Kleinlebewesen wie Krebse. "Ein paar konnten wir am Freitag noch umsetzen." Kolaska glaubt, dass eine erhebliche Ölmenge ausgetreten ist. Für Natur und Fischer sei der Vorfall ein herber Schlag. Das Ergebnis harter Arbeit sei zunichte gemacht worden. Es könne drei bis vier Jahre dauern, bis sich der knapp zwei Kilometer lange Abschnitt wieder erholt habe. Kolaska betont, dass der Bach nicht als Fischgrund genutzt wurde. Ziel sei gewesen, den Bach ökologisch aufzuwerten.

(aus der Heilbronner Stimme 23.04.2003)


Lauge floss drei Stunden lang

Fischsterben in einer Zuchtanlage - Warum gab es am 7. Juni in Mainhardt keinen Alarm? - Durch die Laugeneinleitung verendeten am Freitag, 7. Juni, in einer Fischzuchtanlage bei der Laukenmühle zwei Tonnen Fische und die Brettach kippte auf langer Strecke. Aus internen Aufzeichnungen der Firma geht hervor, dass sie im fraglichen Zeitraum drei Stunden lang hochkonzentrierte Lauge zur Kläranlage fließen ließ. Warum die innerhalb der Firma automatisch arbeitende Neutralisationsanlage bei Überschreitung der zulässigen Werte keinen Alarm auslöste, wird vom Heilbronner Gewerbeaufsichtsamt jetzt genauso untersucht wie die Frage, warum es keinen automatischen Schieber gab, der die Schmutzfracht hätte stoppen können. Fehlte der Schieber oder war er technisch gar nie vorgesehen? Parallel dazu untersucht das Gewerbeaufsichtsamt auch die technischen Apparaturen in der Kläranlage. Dort ist die Laugeneinleitung zwar ebenfalls dokumentiert, doch niemand konnte reagieren, weil auch dort kein Alarm ausgelöst wurde. Auch das chemische Untersuchungsamt in Stuttgart ist eingeschaltet: Dessen Fachleute müssen ausschließen, dass es an jenem Freitag noch andere Ursachen für das Fischsterben gab. "Es wird Wochen dauern, bis wir die Antworten haben", bedauerte ein Sprecher der Haller Polizeidirektion. Erst wenn die Gutachter ihre Arbeiten abgeliefert haben, kann neben der finanziellen Schadensregulierung auch darüber entschieden werden, ob strafrechtlich relevante Punkte verletzt wurden.

(aus der Heilbronner Stimme 02.07.2002)


Bisher sind es zwei Tonnen Forellenkadaver

Fischsterben bei Mainhardt - Derzeit, so Polizeisprecher Hermann Schüttler, könne man noch niemanden für das Einleiten von Lauge in die Brettach verantwortlich machen. Jürgen Schaal, Hauptamtsleiter im Mainhardter Rathaus, sprach von einem "Störfall", als die pH-Sonden in der Kläranlage den " Haupttreffer" am Mittwochnachmittag vergangener Woche registrierten. Die hinzugerufene Mainhardter Feuerwehr tat ihr Bestes, um die Lauge in einer Fischzuchtanlage zu verdünnen - die einzige Möglichkeit, um der Situation Herr zu werden. Die Bemühungen, die anfangs noch nach Erfolg aussahen, mussten im Laufe des Nachmittags allerdings aufgegeben werden: Immer mehr tote Fische schwammen an der Wasseroberfläche. Ganz zu schweigen von der Brettach: Dort konnte die Feuerwehr nichts mehr unternehmen, um die tödliche Gefahr von der Tier- und Pflanzenwelt abzuwenden. Das Leben in der Brettach ist in diesem Bachabschnitt fast komplett ausgelöscht - von den Kleinstlebewesen bis hin zum Neunauge. Mittlerweile sind es zwei Tonnen Forellenkadaver, die sich zur Entsorgung in der Tierkörperbeseitigungsanstalt angesammelt haben.

(aus der Heilbronner Stimme 13.06.2002)


Fischer fordern nach dem Fischsterben Schadensersatz

Nach Blähschlamm-Unglück in der Ellhofener Kläranlage im Oktober 2000 läuft nun ein Rechtsstreit: Wie lange braucht die Sulm zur Renaturierung? - Die Katastrophe begann in der Nacht zum 7. Oktober 2000 im Ellhofener Klärwerk. Stinkender, trüber Schlamm lief über die Überlaufschwelle des Nachklärbeckens in das angrenzende Flüsschen. Zwei Nächte später das gleiche Schauspiel: Schwarzer Blähschlamm spülte in die Sulm. "Weil die Kläranlage nicht so gearbeitet hatte, wie sie soll", sagt Ernst Becht, Vorsitzender Richter am Landgericht Heilbronn. Vier Faktoren kamen zum Unglückszeitpunkt zusammen: Überdurchschnittlich viele organische Abfälle durch die Weinbaubetriebe, starke Regenfälle, von der Kläranlage neu ausgesetzte Bakterienstämme und die Tatsache, dass die verantwortlichen Mitarbeiter nicht vor Ort waren. Die Folgen des Blähschlamms waren verheerend: Zwischen Ellhofen und Neckarsulm war der Fluss biologisch tot, zigtausend Fische verendeten wegen Sauerstoffmangels. "Wir konnten das Wasser nicht mehr bewirtschaften und mussten neue Bachforellen aussetzen", sagt Klaus Lohmann vom Fischereiverein Heilbronn. An zwei Flussabschnitten bei Weinsberg und Neckarsulm ist der Verein Pächter des Fischereirechts. Eine weitere Pächtergemeinschaft wartet bereits auf den Ausgang des Verfahrens vor dem Landgericht. Auf 10 049 Euro beziffert der Fischereiverein seinen entstandenen Schaden. Bachforellen sind Kieslaicher. Und der Kies, so Lohmann, sei durch den noch immer vorhandenen Blähschlamm geschädigt. Klaus Lohmann: "Die Sulm braucht Jahre, um sich zu regenerieren. " Fünf Jahre, um genau zu sein. Diesen Wert hat Diplombiologe Berthold Kappus in einem Gutachten ermittelt. "Die Zahl ist falsch", sagt Christian Heieck, Anwalt des Zweckverbandes. "Der Blähschlamm ist ausgetreten, weil er in der Kläranlage mehr Auftrieb hatte als Wasser. Und wenn er so leicht ist, kann er die Sulm nicht in diesem Maße belasten." Heieck schätzt die Regenerationsdauer auf 2,6 bis 3,8 Jahre. 100 Kilogramm Fischertrag jährlich pro Hektar hat Gutachter Kappus errechnet. Heieck: "Auch das bestreiten wir." Im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 1999 habe der Fischereiverein nur 25 Kilogramm gefangen. "Wie diese Rechnung zustande kommt, muss Herr Kappus genauer darlegen", sagt auch Richter Becht. Zum Verhandlungstermin war der Sachverständige nicht erschienen. "Wir hören ihn beim nächsten Mal. " Zur Not, meint Heieck, müsse man eben ein gerichtliches Gutachten einholen. Rolf Laiblin, Anwalt des Fischereivereins: "Das kostet bloß unnötig Geld." 6136 Euro plus Anwaltskosten hat der Zweckverband an den Verein überwiesen, die seit Monaten auf einem Treuhandkonto ruhen. Heieck: "Mehr zahlen wir nicht." Ernst Becht dringt dennoch auf eine gütliche Einigung. In der Verhandlungspause überdenken beide Parteien ihren Standpunkt. Der Fischereiverein verringert seine Forderung schließlich auf 8692 Euro plus acht Prozent Zinsen und "eventuell" 15 Prozent der Kosten. Auf 7158 Euro erhöht der Zweckverband das Angebot. Heieck: "Aber nur, weil wir weiter an einem guten Verhältnis interessiert sind." Juristisch gesehen handelt es sich um zwei Schadensfälle, da der Schlamm in zwei Nächten in die Sulm geflossen ist. Ob es überhaupt einen zweiten Schadensfall gab, bezweifelt der Zweckverband plötzlich: "Der ist nichts als Spekulation." Eine weiteres Entgegenkommen lehnen beide Parteien ab. Der Prozess wird am 17. Juli fortgesetzt.

(aus der Heilbronner Stimme 11.03.2002)


Die Brettach - ein Bach mit zwei Gesichtern

Vom lustigen Bächlein zum reißenden Fluss - Wenn die Brettach wild wird, heißt es "Land unter" an ihren Ufern - Wie die Ohrn entspringt die Brettach in den Schwäbisch- Fränkischen Waldbergen und entwässert mit der Rot weite Teile des Mainhardter Waldes. Auf den ersten Blick sieht man ihr ihre zwei Gesichter nicht an: zum einen den von Eschen, Erlen und Uferweiden umrahmten Bach, der dem Talgrund mit glitzernder Lebendigkeit Abwechslung gibt. Zum anderen der schäumende Bach, der über die Ufer tritt und große Schäden anrichtet. Dann gleicht sie einem wilden Fluss, der bis zum hundertfachen der üblichen Wassermenge (1000 Liter pro Sekunde) abführt. Ein besonders schöner Bachabschnitt reicht von oberhalb Geddelsbach bis Brettach und kam vor kurzem zu Naturschutzwürden. Hier wächst noch der meterhohe Riesenschachtelhalm, dem ein Hauch von Urwelt anhaftet. Im Frühjahr kann man hier Pirol und Nachtigall hören. Die weißbrüstige Wasseramsel taucht nach Wasserinsekten, und der Sumpfrohrsänger ahmt die Stimmen der gefiederten Nachbarn nach. Nach einem katastrophalen Fischsterben, bei dem um 1960 in Geddelsbach Spritzmittel aus den Weinbergen in die Brettach gelangten und den gesamten Fischbestand vernichteten, gibt es nur noch sechs Fischarten in der Brettach. Heute kommen Aal, Bachforelle, Koppe, Bachneunauge, Rotauge und Regenbogenforelle vor, die früher nicht vorhanden war. Vor allem das aalförmige Bachneunauge ist ein besonderer Bachbewohner. Er ist kein Fisch, sondern ein sogenanntes Rundmaul. Die besitzen einen trichterförmigen mit Hornzähnen bestückten Saugmund, mit dem sie sich an Fischen festsaugen und von deren Körpersäften leben. Doch das Bachneunauge hat diese Angewohnheit aufgegeben. Seine Larven filtern bis zu fünf Jahre lang Kleinorganismen aus dem Boden, in den sie sich eingraben. Nach der Umwandlung zum erwachsenen Tier fressen sie nichts mehr und sterben nach Paarung und Eiablage. Kummer machte lange die "wilde Brettach". Im Mai der Jahre 1970 und 1978 sowie im Juni 1978 kam es zu großen Hochwasserschäden. Der Wasserverband " Neuenstadter Brettach" sollte Abhilfe schaffen. In Zusammenarbeit mit der Gewässerdirektion Neckar, Künzelsau sollen noch ab 2001 an der Brettach und einigen Nebenbächen zehn Hochwasserrückhaltebecken entstehen. Statt der ursprünglich geplanten Becken mit großen Dammhöhen hat man sich für kleinere entschieden. Damit das Getier weiter in der Brettach wandern kann, werden die Becken so gestaltet, dass der Bachlauf nicht unterbrochen wird. (red)

(aus der Heilbronner Stimme 02.02.2001)


Keine Schuld am Fischsterben

Staatsanwalt zieht Berufung zurück - Was das Amtsgericht schon vor einem halben Jahr entschieden hatte, ist seit der Verhandlung gestern vor dem Landgericht rechtskräftig: Ein Ex-Mitarbeiter des Heilbronner Klärwerks bleibt vom Vorwurf der Gewässerverunreinigung freigesprochen. Der Mann hatte Dienst, als im September 1998 etwa 45 000 Liter Alkohol über das Klärwerk in den Neckar flossen und bei Gundelsheim deshalb 15 Zentner Fisch erstickten. Der Staatsanwalt war nach dem Freispruch des Amtsgerichts im vergangenen Juni in Berufung gegangen. Ein Sachverständiger hatte damals erklärt, dass der Klärwerks-Bedienstete an Hand der ihm vorliegenden Daten die Brisanz der Situation nicht richtig habe einschätzen und deshalb auch nicht früher habe Alarm schlagen können. Ihm sei kein Vorwurf zu machen. Als gestern vor der 5. kleinen Strafkammer des Landgerichts ein anderer Gutachter zum selben Ergebnis kam, zog der Staatsanwalt die Berufung zurück. Der Angeklagte bleibt freigesprochen. Der verantwortliche Mitarbeiter des Heilbronner Chemieunternehmens, das den Rohalkohol versehentlich in die Kanalisation hatte fließen lassen, war wegen des Fischsterbens schon vor dem ersten Prozess zu 11 700 Mark Geldstrafe verurteilt worden. (ff)

(aus der Heilbronner Stimme 02.02.2001)


Nur wenige haben Schlamm überlebt

Katastrophales Fischsterben nach Flut in der Zaber - Die Polizei vermutet den Auslöser in einer Brackenheimer Mühle. Dort sollen Betriebsräume nach den Niederschlägen Dienstagnacht vom Wasser bedroht gewesen sein, worauf der Müller ein Wehr geöffnet habe. " Wir vermuten, dass sich die Ablagerungen vor dem Wehr in die Zaber ergossen haben. Diese Schlammflut hat dann zum Sauerstoffmangel und damit zum Tod der Fische geführt", erläutert Wolfgang Sitter, Bereichsvorsitzender des Verbandes für Fischerei und Gewässerschutz in Baden-Württemberg. Biologische Untersuchungen des Wassers belegten das. "Wir haben am Mittwoch rund 200 verendete Salmoniden und 200 karpfenartige, tote Fische in unserem Bereich aus der Zaber gezogen", berichtet Bernd Ruoff, der Vorsitzende des Brackenheimer Fischereivereins. Um die Höhe des Schadens festzustellen, machten sich am Sonntagmorgen rund ein Dutzend Mitglieder der für die Bewirtschaftung zuständigen Fischereivereine Brackenheim und Lauffen auf, um Berthold Kappus, Diplom-Biologe und Gutachter, beim Elektrofischen zu unterstützen. "Döbel acht, Gründling sechs, Rotauge sieben", rief Kappus, der in der Zabermündung ins Wasser ge-stiegen war. Mit seinem Cacher, von dem Stromwellen ausgingen, zog er die Fische an, betäubte sie ganz kurz, zählte sie und gab ihre Länge in Zentimetern an. Dann ließ er sie weiterschwimmen. Zwischen seinen Rufen lagen lange Pausen. Nichts. Am Ufer stand Volker Lorenz vom Fischereiverein Lauffen, der die Daten gewissenhaft vermerkte. "Ich vermute, dass es sich hier hauptsächlich um Fische handelt, die vom Neckar wieder zugewandert sind", meinte er. Die sieben weiteren Messungen bestätigten später seine Vermutung: Auf der ganzen rund fünf Kilometer langen Bachstrecke wurde gerade mal eine Bachforelle gefunden. "Das war eine Stelle, wo Frischwasser zufließt ", sagt Sitter. " Praktisch sind alle Salmoniden verendet, also die empfindlichen Fische wie Schneider, Ellritzen, Bachforellen und Mühlkoppen." Bei den weniger empfindlichen Arten liege die Schädigung bei durchschnittlich 60 Prozent. "Die Hasel erreicht noch rund 20 Prozent des ursprünglichen Bestands", hat er ausgerechnet. Der Zwischenfall habe einen " immensen Schaden" verursacht. "Im Grunde genommen war die Zaber ein Gewässer mit großer Artenvielfalt", sagt Sitter. Zahlreiche ganzjährig geschützte Fischarten seien von den Fischereivereinen in den letzten Jahren dort angesiedelt worden. Er ist tief betroffen: "Die natürliche Vermehrung hatte bereits eingesetzt, und jetzt ist die ganze Arbeit mit einem Schlag zunichte gemacht worden. Mehrere Generationen wurden vernichtet, alles war umsonst." Nicht alles. Die von den Lauffener Fischern angelegten Schwellen haben sich bewährt. Denn in deren sauerstoffreichem Bereich überlebten etliche Fische. Sitter sieht darin eine Chance: "Wir werden uns jetzt Gedanken machen, wie wir den Zustand der Zaber schnell und nachhaltig wieder verbessern können. "

(aus der Heilbronner Stimme 06.11.2000)


Fischsterben bei Mühle in Zaber

Ermittlungen dauern noch an - Wegen der Niederschläge in der Nacht drang am Dienstagmorgen Wasser der Zaber in die Betriebsräume einer Mühle auf Brackenheimer Gemarkung ein. Vermutlich durch entsprechende Gegenmaßnahmen des Mühlenbesitzers, das Wasser abzuleiten, kam es zum Fischsterben im dortigen Bereich der Zaber. Ermittlungen durch den Wirtschaftskontrolldienst nach dem gesamten Ausmaß des Vorfalles dauern derzeit noch an, meldet die Polizei. (red)

(aus der Heilbronner Stimme 02.11.2000)


In der Sulm ist kaum mehr Leben
von Maria Theresia Heitlinger

Fischsterben in der Sulm. Ernüchternde Bilanz beim Elektrofischen am Sonntagvormittag in der Sulm bei Neckarsulm. In der Sulm ist kaum mehr Leben. Der Fang ernüchtert: Acht Bachforellen sind tot. Ein Stichling lebt, ein Stichling ist tot. Sieben Gründlinge leben, einer ist tot. Selbst zwölf Kilometer von der Kläranlage Ellhofen entfernt, präsentiert sich die Sulm bei Neckarsulm als kaputter Bach.

Was am Sonntagmorgen beim Elektrofischen in der Sulm zu tage gefördert wird, treibt den Anglern fast Wasser in die Augen. „Mit so etwas hat niemand gerechnet", sagt Karl Hautzinger vom Fischereiverein Heilbronn. „Früher hat man auf den 100 Metern, die wir jetzt untersucht haben, sein Tagespensum gehabt." Damit ist es für Jahre vorbei." Im knietiefen Wasser stehen Diplombiologe Berthold Kappus, Gutachter für Gewässerökologie und Bernd Tropper, Gewässerwart des Fischereivereins Heilbronn. Langsam schreiten die Männer flussaufwärts. Bewaffnet sind sie mit Keschern, wobei der von Kappus unter Strom steht. „Im Wasser wird ein Stromkreis gebildet, der die Fische betäubt und in den Kescher treibt. Dann werden sie bestimmt und anschließend wieder freigelassen", erklärt Heinz Gerlach von der Fischereiaufsicht für Stadt- und Landkreis Heilbronn. Die Methode des Elektrofischens sei sehr schonend und hinterlasse keine Schäden am Tier. Sie kommt nur dann zum Einsatz, will man den Bestand eines Gewässers untersuchen. Auch fürs Elektrofischen braucht man eine Art Führerschein: Bestehend aus einem einwöchigem Lehrgang mit Abschlussprüfung an der baden-württembergischen Fischereiforschungsstelle in Längenargen am Bodensee. Fest steht nach dem halbstündigen Angeln, dass das „Artenspektrum sehr stark verringert ist", wie Biologe Kappus formuliert. Während sich Heinz Gerlach daran erinnert, was sich sonst hier in der Sulm so alles tummelte: Gründlinge, Koppen, Groppen, Stichlinge, Elritzen, Bachforellen, Döbel, Rotaugen und vor allem Krebse. Das Fehlen dieser Fischnährtiere ist es auch, was die Fischer jetzt so deprimiert. Sie können keine Forellen einsetzen, um den Bestand wieder aufzubauen: Die Tiere finden schlichtweg keine Nahrung. Zudem: In diesem Abschnitt der Sulm befanden sich, so erzählt Heinz Gerlach, besonders viele der kleinen Flusskrebse - ablesbar am Fleisch der Forellen. Das sei immer schön rot gewesen. Von Grund auf muss sich der Bach erholen. Und das braucht Zeit, eine schnelle Regeneration ist nicht in Sicht. An vier weiteren Stellen gehen die Hobbyangler mit dem Biologen an diesem Sonntag der Sulm auf den Grund. Bei der Töpferei in Weinsberg und am Einlauf der Kläranlage Eilboten herrscht komplette Fehlanzeige: Kein Fisch in Sicht. Unterhalb des Aquatolls finden sich drei Forellen und eine Koppe. Was gesundes Gewässer enthält zeigt der Fang nur 100 Meter oberhalb der Kläranlage: Auf einer Strecke von 50 Metern angeln die Fischer zehn Bachforellen, 26 Koppen und zwei Stichlinge. Karl Hautzinger: „Das ist für ein Gewässer mit dieser Struktur normal."

(aus der Heilbronner Stimme 16.10.2000)


Sulmfische sind durch den Blähschlamm erstickt

Wirtschaftskontrolldienst hat Ursache für Fischsterben in der Sulm geklärt - Klärschlamm lief aus Kläranlage Ellhofen in den Bach.

Mit offenem Maul trieben die Fische am Freitag im Wasser, erstickt wegen Sauerstoffmangel (wir berichteten). Wie viele Tiere zwischen der Kläranlage Ellhofen und Neckarsulm verendet sind, können die Fischpächter nur schätzen. Zentnerweise holte der Erlenbacher Fischereipächter Jörg Niederdorfer die Kadaver am Wochenende mit einem Kescher aus der Sulm. "Viele gingen unter und liegen auf dem Grund", meint Karl Hautzinger, Vorsitzender des Fischereivereins Heilbronn. Er befürchtet, dass alle Kleintiere gestorben sind, das Gewässer auf Jahre biologisch tot ist. Deshalb wird ein Biologe demnächst das Gewässer untersuchen. Gestern morgen schlug Fischer Niederdorfer erneut Alarm: "Die gleiche Scheiße läuft wieder den Bach runter", stinkend, trüb und anthrazitgrau. Sofort fuhr Horst Neumann von der WKD-Umweltschutzabteilung zur Kläranlage des Sulmwasserverbands nach Ellhofen. Das Klärwerk war bereits am Freitag ins Visier der Ermittler geraten. Direkt nach dem Einlauf hatte sich die Sulm grau-schwarz gefärbt. Warum war der Blähschlamm in die Sulm gelaufen? Der WKD-Umweltexperte Neumann hat vor Ort folgende Zusammenhänge ermittelt. Einige Wochen war das Nachklärbecken außer Betrieb, dessen Überlaufschutz extra wegen der Weinkampagne erhöht wurde. Übergangsweise übernahmen die beiden Belebungsbecken im Wechsel die Nachklärung im "Notbetrieb." Als das erneuerte Nachklärbecken am 13. September wieder mit Wasser gefüllt wurde, arbeiteten die Bakterienstämme, so Neumann, noch nicht 100-prozentig. Mit fatalen Folgen. Der Klärschlamm blieb nicht am Boden liegen, blähte auf, trieb in die Sulm, erstickte die Fische. Drei ungünstige Faktoren seien in einer Nacht zusammengekommen, erklärt Volker Liebler, WKD-Dienstzweigleiter für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht. Erstens die Abwässer aus der Weinkampagne, zweitens der Umbau des Nachklärbeckens, drittens starke Regenfälle. Liebler: " Das war so nicht vorhersehbar. " Allein während des Herbstes werde das Abwasser durch die Keltereien um das Fünffache belastet, weiß Abwassermeister Heinz Betz. Auf die Sonderbelastung Herbst sei die Anlage jedoch eingestellt, sagt der Ellhofener Bürgermeister Georg Michl. Jetzt scheint die Gefahr gebannt, dass weiterer Blähschlamm die Sulm verunreinigt. Georg Buser von der Firma Brenntag hat gestern über einen Zulauf Flockungsmittel ins Belebungsbecken eingeleitet, verdünnt 700 Liter pro Stunde. Dadurch wird der Schlamm schwerer. Buser: "Das wird gemacht, bis das Problem vom Tisch ist." Welche strafrechtlichen Folgen hat das Fischsterben? Laut Pressesprecher Peter Lechner von der Polizeidirektion Heilbronn laufen die Ermittlungen, ob man einem Verantwortlichen "ein schuldhaftes Verhalten nachweisen kann". Für Umweltschutzdezernent Wolfgang Schilling vom Landratsamt Heilbronn sind zwei Dinge wichtig: Die Verantwortlichkeit muss geklärt werden. Daraus müssen Konsequenzen gezogen werden, um solche Situationen zu vermeiden.

(aus der Heilbronner Stimme 10.10.2000)


Gutachten zum Fischsterben

Sulmklärverband in Ellhofen - Der Ellhofener Bürgermeister Georg Michl hat die ersten Auswertungen des Wirtschaftskontrolldienstes wegen des Fischsterbens in der Sulm erhalten. Die Auslaufwerte nach der Kläranlage Sulmtal würden zeigen, dass es sich um Klärschlamm handelt. Mit dieser Analyse gibt sich der Ellhofener Gemeindechef nicht zufrieden. Der Verbandsvorsitzende hat bei der VEDEWA ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses Unternehmen soll die Zulaufwerte in die Kläranlage analysieren. Georg Michl betont: " Maßgeblich ist, welche Einlaufwerte wir hatten." Es müsse untersucht werden, ob dort was passiert sei. Nach dem sukzessiven Umbau des Klärwerks hätte es eigentlich keine Probleme geben dürfen. Auch mit der Sonderbelastung im Herbst müsse die Anlage "fertig werden". Die Abwässer von 40 000 Einwohnern und Firmen werden im Ellhofener Klärwerk gereinigt. Ellhofen, Grantschen, Wimmental, Obersulm und Löwenstein sind daran angeschlossen. (kin)

(aus der Heilbronner Stimme 10.10.2000)


Fischsterben in der Sulm sorgt für Entsetzen

Zwischen der Ellhofener Kläranlage und Neckarsulm ist die Sulm biologisch tot - Wirtschaftskontrolldienst sucht nach der Ursache

Als erster wurde am vergangenen Freitag ein Mitarbeiter des Erlenbacher Bauhofes auf die Gewässerveränderung aufmerksam. Er alarmierte Fischereipächter Jörg Niederdorfer, und der schaltete nach dem Besichtigen des Bachbettes sofort den Wirtschaftskontrolldienst (WKD) ein. Den Polizisten bot sich ein erschreckendes Bild. Beim Entnehmen von Wasserproben stellten sie fest, dass die Sulm auf der gesamten Länge zwischen der Gruppenkläranlage Sulmtal bei Ellhofen und Neckarsulm "ein biologisch totes Gewässer" ist. Eine genaue Ursache konnten sie jedoch noch nicht angeben, da die entnommenen Proben erst den langwierigen Weg durch die Analysenlabors gehen müssen. Und das dauert nach Auskunft von Volker Liebler vom WKD einige Wochen. Fest steht für ihn lediglich, dass das Unheil seinen Lauf in der Kläranlage bei Ellhofen oder in unmittelbarer Umgebung genommen haben muss. Schuldzuweisungen kommen jedoch im Moment von dieser Seite nicht. Entsetzen pur steht allerdings im Gesicht von Jörg Niederdorfer, als er seinen Autoanhänger voll toter Fische zeigt. "Ganze 200 Meter des begradigten Teiles der Sulm habe ich für diesen Haufen toter Fische abgesucht", erklärt er zornig mit einem Blick auf rund 70 bis 80 Kilo toter Bachforellen, Rotaugen und anderer Bachbewohner. Dies ist aber nur die "Spitze des Eisberges", denn Niederdorfer hat lediglich den Uferbereich gereinigt. An den gewundenen Stellen des natürlichen Bachbettes war er noch gar nicht. Leicht könnten da Tonnen toter Fische zusammenkommen, glaubt er. " Das ganze Ökosystem Bach ist tot, und das für Monate, vielleicht sogar Jahre", schimpft er. Welch ökologisches Desaster die Angelegenheit für die Natur ist, erkennt er daran, dass er auch Tiere von der Roten Liste gefunden hat, wie zum Beispiel eine Müllkoppe. Alle Fische trieben mit offenem Maul im Wasser, sind also vermutlich erstickt. Laut Auskunft von Wassertechnikexperten könnte dieser Sauerstoffmangel auf Ausschwemmung von Klärschlamm aus der Kläranlage hindeuten. Auch der Geruch unterstützt diese These. Messungen zum PH-Wert ergaben, dass mit 6,3 ein in den sauren Bereich verschobenes Niveau existiert. Jedoch wirkte das Wasser bei dieser Messung bereits wieder etwas klarer. Nachfragen der Heilbronner Stimme bei Ellhofens Bürgermeister Georg Michl, der Vorsitzender des Zweckverbandes der Gruppenkläranlage Sulmtal ist, blieben bislang erfolglos, da er übers Wochenende nicht erreichbar war.

(aus der Heilbronner Stimme 09.10.2000)


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