Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

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Pressemitteilung LFV-BW

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V. fordert Gleichberechtigung im Artenschutz In den letzten Jahren ist mit dem Kormoran eine neue Gefahr für den Bestand vieler Fische herangewachsen. Strenge Schutzmaßnahmen und die verbesserte Wassergüte haben zu einer enorm gestiegenen Zahl an Kormoranen geführt. An Baden-Württembergs Gewässern überwintern jedes Jahr über 5 000 Kormorane. Die Anzahl der Brutpaare hat sich seit 1994 von 5 auf über 260 erhöht, und auch die Zahl der nicht brütenden Übersommerer ist weiterhin am steigen. Die resultierenden ökonomischen und vor allem auch ökologischen Schäden dürfen nicht unterschätzt werden. Unsere Erfolge beim Schutz der heimischen Fische sind an vielen Stellen durch den Kormoran bedroht. Nur der gezielte Abschuss von einzelnen Kormoranen hat sich als wirksame Vergrämungsmaßnahme erwiesen. Die derzeit noch geltende, auf 5 Jahre befristete Kormoranverordnung tritt am 15. Mai 2004 außer Kraft. Es hat sich gezeigt, dass diese Verordnung in der Praxis einem gleichberechtigten Artenschutz für Vögel und Fische nicht ausreichend Rechnung trägt. Wolfgang Reuther, der Präsident des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg e. V. (LFV BW) fordert daher: „Wir brauchen künftig eine modifizierte Kormoranverordnung, um Gefahren für die heimischen Fischbestände gezielter und sicherer abwehren zu können. Solange viele Fischbestände durch die Beeinträchtigung ihres angestammten Lebensraumes instabil und gefährdet sind, halten wir eine vernüftige Steuerung des Kormoranbestandes in Baden-Württemberg für unverzichtbar." Aus diesem Grund hat der LFV BW eine „Kampagne zur Neugestaltung der Kormoranverordnung" gestartet. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Verantwortung der Fischerei für einen ganzheitlichen Schutz der unersetzbaren Lebensgemeinschaften des Wassers. „Wir fühlen uns verantwortlich für „unsere" Tiere, machen uns zum Anwalt bislang oft vernachlässigter Lebewesen" betont Reuther und „appellieren gleichzeitig an alle, ihrer Verantwortung für einen umfassenden Artenschutz ebenfalls gerecht zu werden." Die vom LFV BW geforderte Gleichrangigkeit beim Schutz von Fischen und anderen Tierarten ist auch als Ziel in den im April 2003 beschlossenen „Positionen zum Natur- und Umweltschutz" des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg e. V. formuliert. Die UNO hat 2003 zum „Jahr des Wassers" deklariert. Weltweit wird darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig das Süßwasser für die Existenz der Landlebewesen auf unserer Erde ist. „Doch dass das Wasser selbst voll Leben ist und einen hochgradig gefährdeten Lebensraum darstellt, wird meist vergessen", so Reuther. Unter dem Motto „Alles Leben kommt aus dem Wasser - Artenschutz beginnt im Wasser!" fordert der LFV BW daher den Schutz unserer heimischen Fischarten durch maßvolle ganzjährige Eingriffe in die Kormoranpopulationen. Dabei müssen Kormoran-Vergrämungen auch in Schutzgebieten erfolgen können, wenn das Schutzziel nicht nachhaltig beeinträchtigt wird und artgeschützte Fische gefährdet sind. Außerdem sind konsequente Kormoran-Vergrämungen an Stauwehren und Fischpässen sowie in Fischschongebieten und Wiederansiedlungsbereichen erforderlich. Wünschenswert wäre ein europaweites Bestandsmanagement des Kormorans. Doch solange sich ein solches nicht verwirklichen läßt, sieht der LFV BW regionalen Handlungsbedarf. Weitere Infos im Internet unter www.kormoranverordnung.de.


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