Fischereiverein Heilbronn e.V.

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Schleusenverlängerung Neckar - Ökologische Aspekte

- in Arbeit -

 

2012 wird die erste Schleuse ausgebaut
Von Joachim Friedl und Heiko Fritze

Noch ruhen die Schleusen in vertrauter Länge. Bis 2020 sollen sie vergrößert werden - damit auch größere Schiffe passieren können. Foto: Archiv/Veigel

Heilbronn/Heidelberg - Jetzt wird es ernst mit dem Ausbau der 27 Neckarschleusen zwischen Mannheim und Plochingen: Gestern nahm das „Amt für Neckarausbau“ (ANH) beim Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg seine Arbeit auf. „Das ist ein Freudentag für Heilbronn, die Region und das ganze Land“, freute sich Ataman Turanli. Der Geschäftsführer der Heilbronner Versorgungs GmbH, die den Hafen Heilbronn betreibt, fordert jetzt eine „zügige Umsetzung“ des Schleusenprojekts.

Planungsbeginn ist, wie ANH-Leiter Klaus Michels gegenüber der Heilbronner Stimme erklärte, im kommenden Jahr. Bis 2011 soll dann von den 71 Mitarbeitern, von denen ein Drittel das Land Baden-Württemberg zur Verfügung stellt, die Gesamtplanung erstellt werden. Die Verlängerung der Schleusenkammern von derzeit rund 110 Metern auf mindestens 140 Meter soll dann in den Jahren 2012 bis 2020 erfolgen. Notwendig ist diese Baumaßnahme, weil die modernen Motorgüterschiffe eine Länge von bis zu 135 Meter haben und nur in dieser Größe wirtschaftlich fahren können. Um die Befahrbarkeit des Neckars mit 135 Meter langen Schiffen zu ermöglichen, müssen weiterhin Streckenabschnitte angepasst und Wendestellen ausgebaut werden.
Enorme Kosten Dass über vier Jahre geplant wird, liegt im Wesentlichen daran, dass für jede Schleuse aufgrund der Statik, der Stauhöhe und des Untergrunds individuell vorgegangen werden muss. Die Instandsetzung der 40 bis 80 Jahre alten Schleusenkammern besteht jeweils aus einer Betonsanierung sowie dem Ersatz der vorhandenen Schleusentore und Torantriebe.
Die Kosten für die Verlängerung der 27 Schleusen gibt Michels mit rund 150 Millionen Euro an. Weitere 165 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um die anderen Schleusenkammern - zumeist handelt es sich um Doppelschleusen - instand zu setzen. In Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes fließen 25 Millionen Euro. Mitte November hatte der Bund 338,5 Millionen Euro für das Projekt „Neckarschleusen“ bewilligt.
Erleichtert ist der regionale Arbeitgeber-Präsident und Salzwerke-Vorstand Ekkehard Schneider über den offiziellen Beginn. „Wir nehmen für uns in Anspruch, dass wir dafür ordentlich getrommelt haben“, sagte er. Besonders erfreut zeigte er sich, dass die Arbeiten jetzt derart zügig nach den grundlegenden Beschlüssen aufgenommen werden. „Ein Riesenschritt für die Infrastruktur unser Region“, sagte auch IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger. Im gesamten Prozess habe sich auch die konzerneigene Reederei Schwaben stark eingesetzt, betonte Schneider. Ihr zweites großformatiges Binnenschiff ist bereits bestellt, berichtete er. Spätestens nächsten Oktober werde es nach Heilbronn kommen.

(aus der Heilbronner Stimme 27.11.2007)
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Stadtarchiv öffnet die Schleusen
von Bärbel Kistner 

Die Macht des Wassers: Norbert Schmidt von der Schifffahrtsdirektion erklärt die Bedeutung der Schleusen zur Wasserregulierung. Foto: Guido Sawatzki

Heilbronner - Schleusen haben ein langes Leben. Die Älteren können sich noch erinnern, wie 1952 die Heilbronner Schleuse an der Otto-Konz-Brücke gebaut wurde. 55 Jahre später lobt Norbert Peter von der zuständigen Schifffahrtsdirektion Heidelberg die benutzerfreundliche Technik, die noch immer funktioniert. Unzählige Male haben sich die Zahnräder gedreht und die schweren Stahltüren sind von unsichtbarer Hand geöffnet oder geschlossen worden.

Schleusen faszinieren und Heilbronn als Stadt am Fluss ist stärker in den Mittelpunkt gerückt. Für das Heilbronner Stadtarchiv gibt es Gründe genug, in den Mittelpunkt der Heilbronner Einblicke, der Sommerführungen, die Neckarschleusen zu stellen. Der historischen Bedeutung der Schifffahrt wegen sowie aufgrund der aktuellen Diskussion um Hafenerweiterung und Schleusenverlängerung, bietet das Thema viele Facetten und lockt zahlreiche Interessierte zu den insgesamt 16 Führungen - manche Termine sind bereits ausgebucht.
Rund zwei Dutzend Teilnehmer stapfen beim Auftakt die sonst verschlossene Treppe an der Heilbronner Schleuse hinunter, um sich mit gewichtigen Informationen zu versorgen. 140 Kubikmeter Wasser rauschen pro Sekunde an der Staustufe vorbei. 20 Kubik waren es nur noch im Sommer 2003 - Niedrigwasser. Wasser ist ein extremes Element: Das Hochwasser 1993 brachte 2700 Kubik, gleich 2,7 Millionen Liter pro Sekunde. „Das Wehr muss jedem Wasserfluss gerecht werden“ erläutert Norbert Peter. Die Wasserhöhe hat Einfluss auf das Kraftwerk im Altneckar, bei extremen Wasserständen produziert es keinen Strom mehr. Auch die Schifffahrt ist betroffen. Niedrigwasser etwa kann rasch den Schiffsboden beschädigen und teure Reparaturen auf dem Trockendock nötig machen. Weil die Schleusen für die Wasserstandsregulierung und einen gleichmäßigen Wasserspiegel verantwortlich sind, kann es nach Auskunft von Norbert Peter leicht zu Regressforderungen der Schiffsreeder kommen.

Historische Bilder zeigen den Bau von Neckarkanal und Schleuse.

Schiffe zu schleusen gehört zu den ureigenen Aufgaben am Wehr, mit Voranmeldung ist das sogar nach 22 Uhr möglich. Zehn Schiffe pro Woche nutzen im Schnitt den nächtlichen Service, für den eine Rufbereitschaft eingesetzt wird. Auch die Kosten interessieren das Publikum. Berufsschiffe zahlen nach Art der Ladung und Menge der gefahrenen Kilometer: Kohle 0,5 Cent pro Tonne, macht bei einer durchschnittlichen Ladung 500 Euro für 100 Kilometer. Sportschiffe sind frei, selbst Ruderboote oder Kanadier werden umsonst geschleust.
Der Sportschifffahrtsverband zahlt eine Pauschale für alle Schleusen in Deutschland. Die Zukunft heißt auch für die Schleusen Automatisierung, Personalabbau bestimmt das Bild. Doch während sich mittels Maus und PC eine Schleuse fernbedienen lassen, taugt der Computer nicht für Situationen bei Hochwasser, wenn so genanntes Geschwemmsel das Wehr verstopft: Ganze Baumstämme verkanten sich am Abfluss und müssen mit der Motorsäge herausgeschnitten werden.
Zukunft, so hofft Norbert Peter, heißt auch Schleusenverlängerung am Neckar: von derzeit 110 auf 150 Meter. Damit soll die Neckarschifffahrt konkurrenzfähig bleiben.
Führungen: Wilhelmskanal (bereits diesen Dienstag, 31. Juli, und am 6. August), Schleuse Heilbronn (1. August), Horkheim (7. und 14. August). Vorträge Früher Neckar (9. und 15. August) Anmeldung im Stadtarchiv Heilbronn unter Telefon 07131/56 28 06.

(aus der Heilbronner Stimme 31.07.2007)
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Der Neckar wird für den Wettbewerb fit gemacht
von Joachim Friedl

Ab 2012 werden die 27 Neckarschleusen - eine davon ist die Schleuse bei der Otto-Konz-Brücke in Heilbronn - von 110 auf 140 Meter verlängert. Erst danach können die modernen, 135 Meter langen Binnenschiffe den Neckar befahren. Foto: Dittmar Dirks

HEILBRONN - Die 27 Schleusen, die den Neckar auf einer Strecke von 203 Kilometer zwischen Mannheim und Plochingen schiffbar machen, werden ausgebaut. Mitte März fand im Innenministerium Baden-Württemberg ein Gespräch mit den zuständigen Vertretern des Bundes statt, bei dem der Zeitplan abgesteckt wurde. Danach soll die Planung in den Jahren 2008 bis 2011 erarbeitet werden. Die Verlängerung der Schleusenkammern von derzeit rund 110 Meter auf mindestens 140 Meter soll in den Jahren 2012 bis 2021 erfolgen.

Notwendig ist diese Baumaßnahme, weil die modernen Motorgüterschiffe eine Länge von bis zu 135 Meter haben und nur in dieser Größe wirtschaftlich fahren können. Die Schleusen an Main, Mosel und Saar erfüllen diese Längenvoraussetzungen schon seit langem.
Dass über vier Jahre geplant wird, liegt im Wesentlichen daran, dass für jede Schleuse aufgrund der Statik, der Stauhöhe und des Untergrunds individuell vorgegangen werden muss. Keiner Schleuse kann deshalb ein Baukastensystem übergestülpt werden. Gebaut wurden die Schleusen im Abschnitt Mannheim bis Heilbronn vor 1940, von Heilbronn bis Plochingen im Zeitraum von 1950 bis 1968.
Personalmangel: Vorgesehen ist, vier Ingenieur-Teams zu bilden. Jede Arbeitsgruppe wiederum ist für den Bau von sechs, sieben Schleusen verantwortlich. „Das bedeutet, dass einmal vier Baustellen gleichzeitig laufen“, erklärt der Heilbronner Hafendirektor Wolfgang Feger. Der Baustart orientiert sich am aktuellen Sanierungsbedarf der Schleusen. Ziel der Planer ist, die Schleusenkammern unter Aufrechterhaltung der Schifffahrt zu verlängern. „Das funktioniert, weil die meisten der 27 Neckarschleusen Doppelschleusen sind“, so Feger. Die Oberbauleitung hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg. Zurzeit stellt der Bund pro Jahr rund 30 Millionen Euro für Investitionen in die 27 Neckarschleusen bereit. „Dieses Geld wird jedoch in den seltensten Fällen abgerufen“, weiß Ataman Turanli, Geschäftsführer der Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG), in deren Verantwortungsbereich der Hafen liegt. Der Grund dafür ist, dass der Bund in den vergangenen Jahren Planungspersonal abgebaut hat und somit selbst dringliche Baumaßnahmen nicht angegangen werden konnten.
Dieser Fachkräftemangel in den Planungsbüros der Behördenstuben führt jetzt dazu, dass der Bund zwar 150 Millionen Euro für den Ausbau der Schleusen bewilligt hat, jedoch bei der Planungsabwicklung in der Bredouille steckt. Baden-Württemberg hat deshalb unlängst erklärt, fünf Planer dem Bund zur Verfügung zu stellen. An den Ausbaukosten will sich das Land nicht beteiligen, da es sich hierbei um eine originäre Aufgabe des Bundes handelt.
Naturschutz: Allerdings will die baden-württembergische Landesregierung Stand heute Natur- und Umweltschutzmaßnahmen, die unmittelbar mit der Verlängerung der Schleusen zusammen hängen, finanzieren. Aktuell ist die Rede von einem Betrag von 150 Millionen Euro, sodass für das Gesamtprojekt „Schleusen am Neckar“ 300 Millionen Euro zur Verfügung stünden. Noch aber hat das Land die 150 Millionen Euro nicht genehmigt.
Dass die 150 Millionen Euro des Bundes für die Kammernverlängerung ausreichen, davon geht Turanli aus, auch „wenn sich 5,5 Millionen für jede der 27 Schleusen wenig anhört“. Doch was muss gemacht werden? Es müssen 35 Meter neue Schleusenwände betoniert und es muss ein neues Tor eingesetzt werden.
Vom Tisch sind Überlegungen, die Neckarbrücken zu erhöhen, damit die Binnenschiffe Container dreilagig transportieren könnten. „Allein schon wegen der unter Denkmalschutz stehenden historischen Brücke bei Heidelberg geht keiner dieses Thema an“, sagt Hafendirektor Feger. Der Neckar ist deshalb immer nur zweilagig zu befahren: „Damit hat sich zwischenzeitlich jeder abgefunden.“

(aus der Heilbronner Stimme 05.04.2007)
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Ausbau des Neckars ist beschlossen
von Joachim Rüeck

Der Neckar bekommt eine neue Fahrstraße: Die 27 Schleusen zwischen Plochingen und Mannheim werden ausgebaut. Foto: Archiv/Fritze

SCHLEUSEN - Bund und Land haben sich auf ein Konzept zum Ausbau des Neckars geeinigt. Das Bundesverkehrsministerium stelle für Sanierung und Verlängerung der Schleusen rund 350 Millionen Euro zur Verfügung, sagte gestern Rainer Arnold, Ministerialdirigent im Innenministerium. Das Land steuere vorerst fünf Mitarbeiter für die Planung bei. Laut Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle geht die Bundeswasserstraßenverwaltung davon aus, dass die Planungsphase bis 2012 dauert und der Ausbau bis 2025 abgeschlossen werden kann. Begonnen wird wahrscheinlich mit dem Unterlauf des Neckars, also bei Mannheim und in Heidelberg.

Investitionsschub Der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic begrüßt den Ausbau der Neckarschleusen in der Region. „Durch die Zusage des Landes nun die Planung des Ausbaus zu übernehmen, ist der Weg frei, dass die vom Bund schon bereitgestellten 150 Millionen Euro für den Ausbau auch als Investitionsschub in der Region ankommen.“
Um mehr und komfortabler Güter auf dem Fluss transportieren zu können, sollen die 27 Schleusen zwischen Plochingen und Mannheim der für Rheinschiffe notwendigen Länge angeglichen werden. Das bedeutet ein Ausbau von 110 auf 140 Meter. Seit eine Studie die Wirtschaftlichkeit festgestellt hat, sind sich Bund und Land sowie alle politischen Parteien über das Ziel einig.
Lediglich über die Finanzierung ist bisher diskutiert worden. Karin Roth (SPD), Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, hatte vor einigen Monaten versucht, die CDU/FDP-Landesregierung mit ins Boot zu holen. Der Forderung nach Übernahme von einem Drittel der Kosten hat das Land aber stets mit dem Hinweis abgelehnt, dass der Neckar eine Bundeswasserstraße ist. Wirtschaft und Politik verlangen den Ausbau des Verkehrsweges bereits seit Jahren. Das Vorhaben soll nun, so Arnold, „so schnell wie möglich geschultert werden“. Das Landeskabinett will die Beschlüsse in den nächsten zwei bis drei Monten fassen. Auf Bundesebene müssen die ersten Raten in den Haushalt 2008 eingestellt werden.
Die Kosten für die Verlängerung der Schleusen sind nach Angaben des Innenministeriums mit etwa 160 Millionen Euro veranschlagt. Nahezu 200 Millionen Euro werden für Sanierungsmaßnahmen gebraucht, die auch Öko-Maßnahmen umfassen und die Wasserqualität verbessern sollen.
Niedrige Ladehöhe Auch nach der Verlängerung der Schleusen werden nicht alle Rheinschiffe übergangslos den Neckar befahren können, weil er weiterhin eine niedrigere Ladehöhe besitzen wird. Ein Ausbaggern des Flusses ist allerdings nicht geplant und wird auch von Naturschützern massiv abgelehnt.

(aus der Heilbronner Stimme 21.03.2007)
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Das zähe Ringen um den Ausbau der Neckarschleusen
von Joachim Friedl

Es werden noch einige Jahre vergehen, bis die erste Neckarschleuse von 110 auf 140 Meter ausgebaut ist. Die Baukosten in Höhe von voraussichtlich 150 Millionen Euro für die 27 Schleusen werden vom Bund aufgebracht. Fotos: Veigel, Dirks,Fritze

Geld ist da, aber keine Planungskapazitäten - Der Ausbau der 27 Neckarschleusen zwischen Stuttgart und Mannheim ist dringend notwendig. An dieser Aussage zweifeln weder Politik noch Wirtschaft. Einzig offen ist die Frage: Wer kommt für die dafür erforderlichen Kosten in Höhe von voraussichtlich 150 Millionen Euro auf?

Mit einer nicht all zu guten Nachricht wurde jetzt Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach konfrontiert: „Das Land hat mir signalisiert, dass es sich an den Baukosten nicht beteiligen wird.“ Lediglich die Übernahme der Planungsleistungen sei von Stuttgart in Aussicht gestellt worden.
Eine bittere Pille, hatte sich doch vor gut einem Jahr Staatssekretärin Karin Roth (SPD) vom Bundesverkehrsministerium in Heilbronn für den Ausbau der Schleusen stark gemacht, jedoch eine finanzielle Beteiligung des Landes eingefordert. Zwischenzeitlich steht das Schleusenprojekt im Investitionsrahmenplan des Bundes - offen ist jedoch noch immer, wann die erste Schleuse von derzeit 110 auf 140 Meter verlängert wird.
Ob dieser Konstellation schüttelt Helmut Himmelsbach nur den Kopf: „Wir haben jetzt die fast einmalige Situation, dass Geld im Grunde genommen kein Thema mehr ist, aber beim Bund keine Planungskapazität mehr vorhanden ist, weil die Ministerien in der Vergangenheit Personal abgebaut haben.“ Falls Stuttgart bei den Planungsarbeiten einsteige, sei aber viel gewonnen. Dennoch rechnet Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach nicht mit einem baldigen Baustart: „Ich kalkuliere mit einer Planungszeit von sechs bis sieben Jahren und einer Bauzeit von zehn Jahren.“ Die letzte der zwischen 50 und 90 Jahre alten Neckarschleusen würde somit nicht vor 2025 eingeweiht. Dabei stellt diese Baumaßnahme nichts Sensationelles dar. Die Moselschleusen sind schon heute 180 Meter, die Rheinschleusen 300 Meter lang.
Leistungsfähig Nach einem Ausbau der Schleusen kann auf dem Neckar bei jeder Fahrt zwischen einem Viertel und einem Drittel mehr Ladung transportiert werden. „Auf diese Weise kann die Funktionsfähigkeit des Neckars als Wasserstraße auf lange Sicht erhalten bleiben“, setzt Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach große Hoffnung in einen baldigen Baustart.

(aus der Heilbronner Stimme 21.02.2007)
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Neckarausbau soll Fischen nicht schaden
von Joachim Rüeck

Der Neckar muss für die Binnenschifffahrt durchgängiger gemacht werden. Die 27 Schleusen sollen von 110 Meter auf 140 Meter verlängert werden. Foto: dpa

Verbände fordern ökologische Standards - Kosten rund 50 Millionen Euro - Baden-Württembergs Naturschützer fordern beim geplanten Ausbau des Neckars millionenschwere Maßnahmen für die Flussfische. Bei der Verlängerung der Schleusen für die Schifffahrt müsse auch auf die ökologische Funktionsfähigkeit des Flusses geachtet werden. Dabei sind sich Bund und Land in Sachen Finanzierung des Vorhabens ohnehin nicht ganz grün.

Stiefkind: Als „ökologisches Stiefkind des Landes“ bezeichnet Reiner Ehret, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes, den Neckar. Wolfgang Reuther, der Präsident des Landesfischereiverbandes, erklärt warum: Nur noch zwei Prozent des Gewässers gelten als naturnah. Zwei Drittel des Ufers wurden erheblich verändert. Durchschnittlich alle vier Kilometer kommt eine Schleuse, die als Fischblockade wirkt. Die Wasserbewohner können den Fluss nicht mehr durchwandern. Zu ihren wenigen Rückzugs- und Laichgebieten gehören die fünf Altneckarabschnitte bei Ilvesheim, Heidelberg, Neckarsulm, Heilbronn und Freiberg.
Nachholbedarf: Alle Naturschutzverbände im Lande seien sich einig, betont Ehret: Dieser Zustand müsse bei der geplanten Verlängerung der Neckarschleusen berücksichtigt, der „dringende Nachholbedarf“ in die Baukosten hineingerechnet werden. Mit 150 Millionen Euro Kosten wird das Ausbauvorhaben beziffert. Die Bundesregierung beabsichtigt das Geld dafür bereit zu stellen - allerdings nur, wenn das Land ein Drittel dieser Summe übernimmt. Und die würde deutlich steigen, falls die Forderungen der Verbände erfüllt werden. 50 Millionen Euro koste es laut einer Machbarkeitsstudie des Regierungspräsidiums Stuttgart, den Neckar für Fische durchgängig zu machen, sagt Reuther. Da so viele Millionen derzeit kaum aufzubringen sind, soll der Umbau der Schleusen seiner Ansicht nach gleich Umweltschutz-Maßnahmen enthalten. Auf diese Weise seien die Öko-Zusatzkosten „deutlich geringer“. Genau beziffern konnte Reuther sie allerdings nicht.
Ulrich Fröhner vom Bund für Umwelt und Naturschutz zweifelt prinzipiell den ökologischen Nutzen des Ausbaus der Bundeswasserstraße an. „Der Güterverkehr verlagert sich nicht von der Straße aufs Schiff, sondern eher von der Schiene aufs Schiff.“ Bahn und Schifffahrt hätten jedoch eine ähnliche Ökobilanz. „Man hätte dann viel investiert, aber nichts erreicht“, befürchtet er.
Ausbau: Politik und Wirtschaft sind sich einig, dass der Neckar durchgängiger werden muss. Allerdings denken deren Vertreter dabei an Schiffe und weniger an Fische. Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) und die SPD-Fraktionsvorsitzende Ute Vogt betonen in seltener Einmütigkeit, dass bei dem Ausbau ökologische Standards eingehalten würden und sich die Wasserqualität dadurch verbessere. Da der Willen groß ist, die Planungen aber noch in den Kinderschuhen stecken, rechnet das Wasser- und Schifffahrtsamt Stuttgart frühestens 2012 mit dem Beginn des Ausbaus.

(aus der Heilbronner Stimme 01.12.2006)
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Schleusenangebot lässt das Land kühl
von Joachim Rüeck

Bund plant 150 Millionen Euro für den Ausbau der Wasserstraßen - Südwesten soll Geld beisteuern  
Stuttgart Wenn es um die Schifffahrt geht, gehört der Neckar dem Bund, nicht dem Land, ist die Ansicht des baden-württembergischen Innenministeriums. Politik und Wirtschaft aus dem Südwesten fordern schon seit längerem den Ausbau der Bundeswasserstraße. Nun kam das Angebot aus Berlin, dafür mindestens 150 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, aber nur falls das Land ein Drittel der Kosten stemmt. Vorerst ist die Reaktion aus Stuttgart eher kühl.
27 Schleusen zwischen Plochingen und Mannheim machen den Neckar schiffbar. Das Bundesverkehrsministerium hat die 150 Millionen Euro für die Verlängerung der Neckarschleusen in den Investitionsrahmenplan geschrieben. Ziel sei, dass die auf dem Neckar bewegten Lasten um ein Drittel zunehmen, sagte gestern in Stuttgart die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Karin Roth (SPD). Das Geld dafür soll aus zwei Töpfen kommen: Außer den besagten 150 Millionen sind laut Roth 330 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen an Schleusen vorgesehen; ein Teil davon könne in deren Ausbau gesteckt werden. Allerdings ist ein Drittel der 330 Millionen bereits verbaut, und das Geld muss noch die nächsten zehn bis 15 Jahre reichen.
„Wenn wir auch in Zukunft ein leistungsfähiges Binnenwasserstraßennetz haben wollen, müssen wir jetzt mit der Sanierung und dem Ausbau der Neckarschleusen beginnen. Das sichert Arbeitsplätze in der Region und ist wichtig für die heimische Wirtschaft“, so Roth. Dazu soll auch die Landesregierung beitragen. 

(aus der Heilbronner Stimme 16.11.2006)
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Taufe mit Plädoyers für längere Schleusen
von Heiko Fritze

„Allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ und eine Champagnerflasche, die am Buganker zerschmetterte - mit dieser Zeremonie wurde gestern das neue Schiff der Reederei Schwaben offiziell auf den Namen Stadt Heilbronn getauft. Wann es durch längere Neckarsschleusen fahren kann, ließen die Festredner offen.

Auch die Staatsekretärin aus Berlin wollte sich nicht festlegen. „Es ist eine Frage der Zeit und wie wir dies organisieren“, sagt Karin Roth vom Bundesverkehrsministerium lediglich zum Thema Verlängerung der Neckarschleusen. Zwar stand gestern die Taufe des Großmotorschiffs (GMS) Stadt Heilbronn auf dem Programm - im Kern drehten sich aber alle fünf Festreden um den Ausbau der Wasserstraße Neckar. „Es kann nicht sein, dass wir vom Rhein abgekoppelt werden“, hatte da Ekkehard Schneider, Vorstandssprecher der Reederei-Mutter SWS AG, sich beklagt. Reederei-Geschäftsführer Gerd-Jürgen Britsch betonte, dass das Frachtaufkommen auf dem Neckar etwa 2000 Lastwagen pro Tag erspare, und bezifferte den Nettoaufwand für die Verlängerung der Schleusen auf 140 Meter auf etwa 100 Millionen Euro. Auch Heilbronns OB Helmut Himmelsbach, SWS-Aufsichtsratsmitglied Walter Leibold und Innen-Staatssekretär Rudolf Köberle forderten den baldigen Beginn der Bauarbeiten. Alleine - Karin Roth wollte sich nicht festlegen, verwies aber darauf, dass 4,3 Milliarden Euro zusätzlich im Bundeshaushalt bereit gestellt wurden, wovon 15 Prozent für die Binnenschifffahrt reserviert seien. „Jetzt kommt es darauf an, den Neckarausbau nachträglich in den Bundesverkehrswegeplan zu bekommen“, sagte sie.
Bei all der Politik ging der eigentliche Festakt fast unter: Oberbürgermeister-Gattin Helga Himmelsbach zerschmetterte mit Schwung eine Flasche Champagner am Rumpf, genau auf dem Buganker. Dann wurde der Name feierlich enthüllt.

(aus der Heilbronner Stimme 01.04.2006)
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