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Fischereiverein Heilbronn e.V. |
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gegründet 1887 |
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A n g e l n - E n t s p a n n e n - H e g e n - S c h ü t z e n - P f l e g e n |
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Eine
halbe Stunde mit 2,10-Meter-Wels gekämpft
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Nach 35 Jahren ist
Siegfried Butzengeiger wahrlich ein erfahrener Fischer. So schnell
beeindruckt den Jugendwart des Hohenloher Fischereivereins Öhringen nichts.
Doch sichtlich stolz berichtet er jetzt über seinen jüngsten, großen Fang,
den er selbst als „Fang meines Lebens“ einstuft: einen 2,10 Meter langen und
99 Pfund schweren Wels, auch Waller genannt. |
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(aus der Heilbronner Stimme 02.09.2006) |
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Der Kampf
mit dem Riesenfisch dauerte eineinhalb Stunden
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Es ist kein Rekordfang,
aber trotzdem ein Prachtexemplar. Einen enorm großen Wels hat der 20-jährige
Bad Rappenauer Patrik Szimayer im Neckar bei Heinsheim gefangen: Zwei Meter
und zwei Zentimeter misst der rund 50 Kilo schwere Riesenfisch. |
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(aus der Heilbronner Stimme 30.08.2006) |
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Riesenhaiwels
bereitet Fischern Sorgen |
Jürgen Seybold nennt ihn einen Killer. Der
Fischer und Fischhändler hat einen jungen Riesenhaiwels aus dem Neckar
gezogen, den vermutlich Hobbytierhalter im Fluss ausgesetzt haben. Der
Raubfisch stellt für die neue Artenvielfalt im Neckar eine ernste Bedrohung
dar. „Ich habe
gedacht, mich trifft der Schlag“, erinnert sich Jürgen Seybold an seinen
„Sensationsfang“. Doch Stolz kam bei dem Fischer kaum auf. Eher Angst.
Denn das junge Tier wird ausgewachsen bis zu drei Meter lang und 300
Kilogramm schwer. „Es frisst alles in seiner Umgebung auf.“ Das wäre
ein herber Schlag für die neue Artenvielfalt im Neckar. Denn nachdem der
Fluss in den 70ern als tot galt, haben sich inzwischen wieder zahlreiche
Fischarten angesiedelt. Ein ausgewachsener Riesenhaiwels „ist für die
Fauna im Neckar eine Katastrophe“. Seybold hofft nun, dass sein
Zufallstreffer ein einzelnes Exemplar war. Dass ihm der Raubfisch überhaupt
ins Netz ging, sei pures Glück. „Das ist wie ein Sechser im Lotto.“Wie
der Riesenhaiwels in den Neckar kam, ist unklar. Seine Heimat sind
eigentlich die warmen Flussunterläufe in den Tropen Südostasiens, zum
Beispiel im Mekong in Thailand. Die auch „Thaiwels“ genannte Art wird
jedoch hier im Aquaristik-Handel angeboten - ausschließlich als Jungfisch.
Für die meisten Aquarien wird das Tier relativ schnell zu groß. Aus falsch
verstandener Tierliebe setzen ihre Halter die Fische dann einfach im Neckar
aus, berichtet Bertold Kappus von der Flussgebietsbehörde des
Regierungspräsidiums Karlsruhe.Wie
viele von den Riesenhaiwelsen noch im Neckar schwimmen, lässt sich nicht
sagen, erklärt Wolfgang Sitter. Der Bereichsvorsitzende des Verbandes für
Fischerei und Gewässerschutz aus Lauffen hofft, dass sich die Art nicht im
Neckar vermehrt. Die hohen Wassertemperaturen im Neckar sind aber ganz nach
dem Geschmack der Exoten. Bislang zogen die Fischer auch schon Piranhas,
Riesensalmler oder ostafrikanische Buntbarsche aus dem Fluss. Allesamt
ausgesetzte Aquariumtiere. Die Fischereifachleute fordern die
Zoofachhändler deshalb auf, ihre Kunden darauf aufmerksam zu machen, wie
groß die ausgewachsenen Fische werden können, die sie verkaufen.
Der wieder erstarkte Fischbestand im
Neckar ist aber noch von anderer Seite bedroht: Laut Fischhändler Jürgen
Seybold gibt es generell eine Überpopulation von Welsen im Fluss. Diese
Tiere haben einen großen Hunger. Sorgen bereiten den Fischern auch die
Kormorane. 900 Vögel haben sie zwischen Gundelsheim und Pleidelsheim am
Gewässer gezählt. Jürgen Seybold: „Jeder Vogel isst ein Kilo Fisch pro
Tag.“ Naturschützer bezweifeln aber diese Zahl. „900 Vögel? Da
übertreiben die Fischer aber gewaltig“, sagt Gottfried May-Stürmer,
Geschäftsführer beim Bund für Umwelt- und Naturschutz in der Region. |
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(aus der Heilbronner Stimme 23.08.2006) |
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Wieder
viele Arten und zu viele Welse im Neckar |
Des Hobbyanglers Freud ist des
Fischervereins Leid: Es gibt zu viele Welse im Neckar. Der Hunger des
Raubfischs dezimiert den Fischbestand. Naturschützer machen dafür die
Fischer selbst verantwortlich. Die Behörden attestieren dem Fluss
unterdessen wieder beste Wasserqualität. Es war ein
harter Kampf - Mann gegen Raubfisch. Alexander Reile hatte den Wels drei
Tage nacheinander am Haken. Jedes Mal riss die Leine. Am vierten Tag, nach
einem zwei Stunden währenden Duell, holte der 41-Jährige das gut zwei
Meter lange und über 60 Kilogramm schwere Tier aus dem Heilbronner Neckar -
genau vor dem Strand des Freiluftlokals Hip Island.Gerd Bauer überrascht der Fang keineswegs. „Zwei-Meter-Waller sind keine Seltenheit bei uns im Neckar“, sagt der Vorsitzende des Fischerei-Vereins Heilbronn-Sontheim 1893. Genau darin liegt das Problem. „Die Waller vermehren sich extrem und fressen andere Fische weg.“ Beispielsweise Kleinkarpfen seien dadurch seltener geworden. Durch den Hunger der Welse fehlen nun Fische mittlerer Größe. Das Regierungspräsidium hat sogar das Nachtfischverbot aufgehoben, um „gezielt den Wels zu befischen“, ergänzt Vereinskollege Klaus Lohmann, Vorsitzender des Fischereivereins Heilbronn. Wie groß der Nahrungsbedarf des größten deutschen Raubfischs im Neckar tatsächlich ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. „Die Fischbestände sind durch den Waller nicht gefährdet“, sagt Michael Heil, Vorsitzender des dritten Heilbronner Fischereivereins Heilbronn-Böckingen. Eine größere Gefahr gehe von Hobbyanglern „mit Migrationshintergrund aus“, für die der Neckar „eine Fischtheke ist. Die kennen kein Maß.“ Wolfgang Sitter hält die Wels-Debatte für Anglerlatein. Tatsache sei, sagt der Lauffener Bereichsvorsitzende der Fischereivereine, es gebe eine Waller-Übermenge. „Die ist aber nicht für andere Fischarten gefährlich.“ Tatsache sei aber auch, dass die Kormorane eine viel größere Bedrohung darstellen. Umweltschützer Wolfgang Hellwig wirft den Fischern vor, „die Angelegenheit unter der Decke halten zu wollen“. Weil sie selbst dafür verantwortlich sind? Der stellvertretende Vorsitzende des Heilbronner Naturschutzbundes will die Vereine nicht beim Namen nennen und tut es dann doch: Der Wels sei kein typischer Neckarfisch. „Irgendwann haben ihn die Fischer im Fluss ausgesetzt.“ Gerd Bauer vom Fischerei-Verein Sontheim gibt das sogar zu. Das sei aber zu einer Zeit geschehen, als der Neckar immer artenärmer wurde. „Es gibt tolle Geschichten darüber, wie der Wels in den Neckar kam“, erklärt Klaus Lohmann vom Fischerei-Verein Heilbronn, der einräumt: „Das Problem ist auch hausgemacht.“ Es ist reizvoll für Angler, „die Großen zu fangen“. Die Landesanstalt für Umweltschutz in Karlsruhe schlägt sich auf keine Seite. „Die Anzahl der Kormorane liegt genauso im Dunkeln wie die der Welse“, sagt Gewässerbiologe Hartmut Vobis. Klar sei nur: „Die Wasserqualität des Flusses wird immer besser und seine Artenvielfalt nimmt seit Jahrzehnten zu.“ Die Schadstoffkonzentrationen wurden erheblich reduziert. Das Wasser hat zwar immer noch keine Trinkqualität, „aber dafür Güteklasse zwei“, berichtet Hubert Wnuck von der Fischereibehörde am Regierungspräsidium Stuttgart. In den 70er Jahren war der Fluss Klasse fünf. Durch die vielen Staustufen habe sich der Neckar „in eine Art Kette von stehenden Seen verwandelt“. Dadurch hätten sich neue Fischarten angesiedelt, strömungsliebende Arten wanderten ab. Wnuck: „Früher kam der Lachs bis zum Heilbronner Wehr.“ Diese Zeiten sind vorbei. Heute gibt es vor allem Karpfen, Schleie, Hecht, Zander - und eben Wels. Fazit: Der Neckar ist wieder ein reich gedeckter Tisch „für Angler und Fische“. |
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(aus der Heilbronner Stimme 27.05.2006) |
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Hatz im
Jägersee: Riesenwels gefischt |
Jahrzehntelang ist er dem Tod immer wieder
von der Schippe gesprungen. Bei seinem letzten Kampf war er ohne Chance. Am
Samstag baumelte der Riesenwels aus dem Eppinger Jägersee am Haken der
Angler, die ihm das Wasser abgegraben hatten. 2,30 Meter lang - ein
Rekordexemplar. "Ein
anglerisches Ruhmesblatt war das nicht", gesteht Werner Grebhardt und
macht ein aufrichtig zerknirschtes Gesicht: "Mir hat er richtig Leid
getan." Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Jägersee und
seine Vereinskollegen haben ihren kapitalen Fang nicht mit Rute und Köder
zur Strecke gebracht. Sie ließen ihn auf Grund laufen. Am Samstag wurde der
Jägersee zwischen Eppingen und Kleingartach trocken gelegt.Das Gewässer im Naherholungsgebiet ist verschlammt, der Damm brüchig. Sanierung tut Not. Was sich nach dem Abpumpen im seichten Wasser tummelte, hat Grebhardt "nicht wirklich überrascht". Denn seit Jahren macht der Mythos vom Jägersee die Runde, immer wieder versicherten Fischer und Spaziergänger, sie hätten ein riesenhaftes Getier im trüben Wasser erspäht. Schon zuvor waren Wetten abgeschlossen worden. Ist der größte Wels 2,10 Meter oder gar 2,20 Meter? Das graue Ungetüm, das mit 17 Artgenossen den Jägern ins Messer schwamm, übertraf die kühnsten Erwartungen dann noch um zehn Zentimeter. Er wurde mit einem Schlag auf den mächtigen Kopf betäubt, mit einem Stich ins Herz getötet und dann von vier Mann per Enterhaken mühsam an Land geschleift. Fast 53 Kilogramm bringt der gestrandete Mythos auf die Waage. "Hätte ihn jemand mit der Angel gefischt", weiß Grebhardt, "es wäre ein deutscher Rekord gewesen." Urian wird ein Wels genannt, der es auf ein stattliches Alter bringt. Das Eppinger Exemplar hatte knapp 25 Jahre auf dem Buckel. Dass sich ein solcher Methusalem in einem recht kleinen Binnengewässer heimisch fühlt, ist ungewöhnlich. Er wurde aber auch von den Anglern bei Laune gehalten, die regelmäßig Karpfen, Schleien oder Forellen aussetzten. Ein Festmahl für den Raubfisch. Der Appetit der Wels-Sippe war groß: "Es fehlen ganze Karpfenjahrgänge", bilanziert der IG-Vorsitzende. Der Urian entging seinen Häschern immer wieder. Narben am Maul zeigen, dass er mehr als einmal am Haken hing und sich losriss. Ausgesetzt hatten ihn die Angelfreunde selbst. Anfang der 80er-Jahre, so vermutet Grebhardt, warfen einige von ihnen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zehn Exemplare ins Wasser. "Sie wollten das Angeln interessanter machen." Dass der Fisch sie bei der Hatz im Jägersee jahrzehntelang nass machen würde, hätten sich die Petrijünger wohl nicht träumen lassen. Obwohl echte Sportsfreunde über die Umstände des Fangs nicht glücklich sind, wird der Kopf des Welswunders nun präpariert und landet als Trophäe im Vereinsheim. Der Fischkörper ist bereits in küchenfertige Portionen zerkleinert und aufgeteilt. Das Fleisch gilt als Delikatesse. Der Urian ist tot. Ob damit die Geschichte der Welse im Jägersee zu Ende ist, bleibt aber fragwürdig. Bei der Fangaktion säumten Schaulustige das Ufer. Darunter viele Kinder, die sich Babywelse fürs heimische Aquarium angelten. "Wenn die Fische zu groß werden", schätzt Grebhardt, "werden bestimmt wieder welche im Jägersee ausgesetzt." |
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(aus der Heilbronner Stimme 26.10.2005) |
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Riesenwels
im Lennacher See |
Was für das schottische Loch Ness Nessi
bedeutet, das könnte für den Lennacher See ein großer Wels werden, den
der Fischereiverein Lennach-Buchhorn im Rückhaltebecken gefangen hat. Es
gibt aber auch Unterschiede. Denn das 1,92 Meter lange Monstrum war höchst
lebendig. Vermutet
hatten die Männer schon länger, dass in dem 1980 angelegten
Hochwasserrückhaltebecken ein größerer Raubfisch sein Unwesen treibt.
Schließlich zappelten fast keine kleineren Fische mehr an den Angelruten,
und auch die Enten waren verschwunden. Deshalb rechneten die
Verantwortlichen mit einem großen Wels, als sie beschlossen, den Teich
abzulassen, um die Schlammschichten zu entfernen.Als das Schleppnetz zum Abfischen eingebracht werden sollte, entwischte ein riesengroßer Wels mit einem fulminanten Schnalzer den Petrijüngern. Erst beim dritten Mal überlisteten sie den Fisch. Mit 1,92 Meter Länge und über 50 Kilo Gewicht zeigte das Monstrum Nessi-artige Züge und musste von zwei Leuten weggezogen werden. Wie ein Lauffeuer sprach sich der Fund herum und lockte viele Schaulustige an den kleinen See. "Er hat sich gewehrt und unsere Leute fast umgeschmissen", schildert Klaus Rüdel den Kampf mit dem Fisch. Als lachender Sieger darf sich Jürgen Megerle vom Gellmersbacher Kelterstüble fühlen. Er bringt die genießbaren Teile auf seine Speisekarte. |
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(aus der Heilbronner Stimme 22.09.2005) |
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Riesenfisch
am Haken |
"Der Bursche muss uralt sein, bestimmt
15 bis 20 Jahre", schätzt Hamdi Saricaoglu. Stolze 1,85 Meter lang und
48 Kilogramm schwer war der Wels, den der Hobbyangler bei Lauffen aus dem
alten Neckar gezogen hat. Hamdi
Saricaoglu hat schon oft am Kiesplatz, nahe der Zabermündung, geangelt.
Immer mal wieder haben Karpfen, Zander, Hechte angebissen. Doch der Fisch,
den er an diesem Nachmittag am Haken hat, ist ein anderes Kaliber, das merkt
der 25-jährige Konstruktionsmechaniker schnell. Gut 20 Minuten dauert der
Kampf mit dem Tier. Der kräftige Wels versucht noch, sich um die Schnur zu
wickeln, um sie irgendwie zum Reißen zu bringen. Letztlich muss er sich
geschlagen geben. Doch auch der Angler ist erschöpft.Für den Türken war es der zweitgrößte Fang seines Lebens. Schon vor zwei Jahren zog er einen Wels aus einem See bei Kempten, der brachte es sogar auf 2,08 Meter. In Lauffen allerdings hatte Saricaoglu zuletzt wenig Angelglück. "Geduld zahlt sich halt doch aus", meint seine Freundin Jasmin Ismail. Nachdem er im Kirchheimer Angellädle gewogen und vermessen war, hat Hamdi Saricaoglu den Fisch zerlegt und das Fleisch an Freunde verschenkt. Ob es schmeckt, muss sich zeigen. "Genießen kann man den nicht", glaubt Jasmin Ismail. "Besser schmecken Welse, wenn sie nur bis zu einem Meter groß sind." |
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(aus der Heilbronner Stimme 16.06.2005) |
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Die
Angelrute an den Baum gebunden |
| Der Sonnenaufgang ist traumhaft, den Rentner Erwin Biermann am Neckar direkt neben der Eisenbahnbrücke in Jagstfeld erlebt. Das Gras ist noch taunass, als er seine Angelrute auspackt und bedächtig vorbereitet. Langsam gleitet das Motorschiff Viking durch die spiegelglatte Wasseroberfläche des Neckars an ihm vorbei. Erwin Biermann genießt den frühen Morgen sichtlich. "Viele Menschen verschlafen diese schönste Tageszeit", sinniert er.Der 78 Jahre alte Erwin Biermann ist seit 1946 Mitglied im Angelsportverein Kochendorf. Heute geht er auf den Raubfisch Wels, der den Anglern am Fluss zunehmend Sorge bereitet. An der Einmündung des Kochendorfer Kanals in den Neckar hatte der versierte Untergriesheimer Angler schon Glück. Hier fing er nämlich einen Rekordwels mit einer Länge von 1,47 Meter und einem Gewicht von 43 Kilogramm. "Ich habe den Fisch nicht alleine landen können. Der hat sich einfach auf den Boden des Neckars gelegt", schilderte Biermann den Hergang.Der verdutzte Angler hat seine Angelrute kurzerhand an einen Baum gebunden und von einem Nachbarhaus aus seinen Freund Eberhard Maurer aus Kochendorf angerufen. Mit vereinten Kräften gelang es dann, den Riesenwels oder Waller, wie man am Neckar den Fisch auch nennt, an Land zu bekommen.Eigentlich ist der Wels ein nachtaktiver Fisch. Biermann fing den Riesenfisch aber nachmittags. Der Gewässerwart der Hegegemeinschaft Mittlerer Neckar, der Bad Friedrichshaller Hans Frank, führt das auf die enorme Gefräßigkeit des Fisches zurück und sieht darin auch das Problem.Frank führt nämlich Statistik. Und die sagt aus, dass mit zunehmender Fangquote des Welses ein deutlicher Rückgang bei anderen Fischarten festzustellen ist. So fingen die Angler der Hegegemeinschaft im Jahr 1980 noch 2000 Aale und nur einen Waller. 1990 waren es vier Waller, 433 Schleien und 1850 Aale. Doch dann kam der Einbruch bis 2003. Im vergangenen Jahr wurden in dem 20 Kilometer langen Neckarabschnitt 569 Waller gefangen, aber nur noch 28 Schleien und 700 Aale.Gewässerwart Hans Frank: "Diese Zahlen belegen den direkten Zusammenhang zwischen der Zunahmen und Abnahme von Fischarten durch ein ungleiches Beute- und Raubfischverhältnis."Seit 1980 hat die Hegegemeinschaft für 230 000 Euro Fischbesätze vorgenommen, um im Neckar einen artenreichen Fischbestand zu gewährleisten. Jetzt müssen die Angler zusehen, wie ihnen der Waller die Artenvielfalt dezimiert. Mit zunehmender Größe besteht seine Hauptnahrung aus Karpfen, Zandern, Schleien, Rotaugen, Barschen, Aalen und Wasservögeln.Mit seinen beiden Barteln ist der Wels gut gerüstet, um am Grund des Gewässers in der Dunkelheit nach Nahrung zu suchen. Sein Leben lang wächst der Wels während andere Fische - etwa Karpfen oder Hechte - ab einem gewissen Alter an Größe und Gewicht verlieren. Welse können 30 Jahre alt werden - für einen Fisch ein stattliches Alter. |
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(aus der Heilbronner Stimme 03.06.2004) |
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Am
Kocher kämpfen die Fischer gegen die Welsplage |
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Wie der Wels in den Kocher gelangt ist, das wissen die Fischereiexperten auch nicht genau. Jedenfalls vermehrt sich der Vielfresser im Gegensatz zu den heimischen Artgenossen prächtig und dezimiert deren Bestand. Mit der Aufhebung der Schonzeiten versuchen die Angler, der Welsplage Herr zu werden. Winzige Augen und lange Bartfäden, mit denen er die Druckwellen nahender Fische spürt, die schuppenlose Haut von Schleim bedeckt: Das ist der Wels. Sagen und Mythen ranken sich um das Urtier, das als Jäger in Ufernähe auch Ratten, Frösche, Enten oder junge Schwäne auf dem Speiseplan hat. Mit einer Länge von bis zu drei Metern und 250 Kilogramm ist er der größte Süßwasserfisch in Europa. Natürliche Feinde hat er auch im Kocher nicht. Bernhard Greis vom Heilbronner Fischereiverein kann den geheimnisvollen Ruf des Riesenfisches nachvollziehen: "Wenn der das Maul aufsperrt, passt ein Kopf hinein - Ich möchte ihm nicht nachts begegnen." Für Kinder ist der Wels jedoch ungefährlich. Will der Angler einem solchen Kaliber Herr werden, bedarf es einer speziellen Ausrüstung. Diplombiologe Marco Sander benötigt Material "wie beim Hochseefischen", wenn er auf Welsjagd geht. Zehn Mal so viel Tauwürmer wie sonst, die Rute so dick wie ein Spazierstock, eine geflochtene Schnur, ähnlich einem Drahtseil beim Bergsteigen, extrem stabile Rollen und eine fingerdicke Achse in der Spule. " Schließlich muss das Gerät die Wahnsinnsbelastung aushalten." Auch der Angler braucht Standfestigkeit: "Meist ziehen wir zu zweit los. Einer allein landet schnell im Kocher, wenn der Wels mit seiner Kraft am Haken zappelt." Normalerweise fühlt sich der auch "Waller" genannte Fisch in warmen Seen und langsam fließenden Flüssen zu Hause. Der Kocher ist eigentlich recht flach für den großen Gesellen. "Möglicherweise ist er bei einem Hochwasser aus den Aufzuchtbecken am Oberlauf des Kochers bei Aalen 'reingekommen", erklärt Bernhard Greis. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass überforderte Aquarianer Exemplare ausgesetzt haben. Weil das Tier mit dem ausgeprägten Revierverhalten überhand nimmt, muss es nach Willen des Regierungspräsidiums Stuttgart inzwischen ganzjährig befischt werden. Selbst zur Laichzeit gibt es keine Schonung. Wer einen Wels fängt, darf ihm auch nicht wieder die Freiheit schenken, sondern muss ihn entnehmen. Jetzt bemüht sich der Fischereiverein um eine Ausnahmegenehmigung, um den Wels gezielt zu bejagen. "Es würde schon helfen, eine Nacht im Sommer Welse angeln zu dürfen", so Sander. Der Fischfang ist nämlich nur eine Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang erlaubt - Glück für den nachtaktiven Raubfisch. Neun Welse wurden 2002 gefangen. Außerdem überlegt der Verein, in diesem Jahr im Kocher eine Flügelreuse aufzustellen, eine spezielle Falle. Mit einer Welsplage ganz anderer Art hatte der Fischereiverein vor einigen Jahren zu kämpfen. Damals hatten die Angler gerade das Wasser aus dem See ihrer Anlage in Kochersteinsfeld gelassen und ihn wieder frisch befüllt. Kurz darauf entdeckten sie Fische mit Stachel auf dem Rücken. Der Katzenwels, in den USA als "catfish" auf jeder Speisekarte der Südstaaten vertreten, räuberte sich durch das Gewässer. " Den hatte uns jemand geschenkt", sagt Greis ironisch. An den Verwandten des hiesigen Welses trauten sich wegen des Stachels auch nicht die Hechte heran. Also musste der 1,6 Hektar große See erneut abgelassen und alle Fische von Hand sortiert werden, um die Katzenwelse herauszufiltern. "Das war eine Heidenarbeit", erinnert sich Berhard Greis mit Schaudern. |
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(aus der Heilbronner Stimme Juni 2003) |
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Die
fressen den Anglern alles weg |
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Lange hat Willi Klenk mit den über 30 Kilo schweren Gegner gekämpft, dann hatte er das Monstrum aus dem Kocher endlich im Käscher. 1,50 Meter groß war der Raubfisch. Viel größer als das Enkelchen, das sich beim Anblick des Riesenfisches erstmal hinter Mamas Rockzipfel versteckt. Zudem braucht es die starken Arme von Nachbar Walter Feucht, um den Wels der Presse zu präsentieren.Erst kurz davor hatten junge Fischer in Forchtenberg einen ebenso großen Fisch an Land gezogen. "Die Fressen uns noch den Kocher leer", meint Walter Feucht. Dabei haben die Welse im Kocher eigentlich gar nichts zu suchen. "Der gehört nicht in unsere Gewässer ", weiß Kurt Metzger vom Fischereiverein in Künzelsau. Und da er nicht hergehört, hat er auch keine natürlichen Feinde und vermehrt sich fröhlich vor sich hin. Deshalb müssen die Welse raus aus dem Kocher. "Jeder Wels muss entnommen und getötet werden", sagt Kurt Metzger. Welse können immerhin bis zu drei Meter groß werden. Dagegen sind die gefangenen Fische im Kocher noch klein. Natürlich brauchen so große Lebewesen viel zu fressen. Vor allem Aale und Schleien stehen auf dem Speiseplan - und die gehören nun auch mal auf den Speiseplan der Zweibeiner. Auch vor kleinen Entchen macht der Wels nicht halt. Schließlich reagiert der Raubfisch auf den Geschmack von warmen Blut und dann hält ihn nichts mehr. Fast schon wie ein Haifisch. Allerdings müssen sich die Menschen, die sich im Kocher ein kühle Erfrischung gönnen, keine Sorgen machen. "Der geht nicht auf Menschen los" , garantiert Kurz Metzger. Mit seinen kleinen Zähnen könnte der Allesfresser auch gar nicht viel ausrichten. Tagsüber suhlt er sich lieber am Boden des Flusses. Deshalb erwischen die Angler ihn vor allem an den Stauwehren im unteren Tal.Und jeder gefangene Wels ist ein guter Wels - vor allem die Großen. "Die richten schon ganz schön viel Schaden an", weiß Kurt Metzger. Doch warum sind die Welse überhaupt im Kocher? Gerade die, die sie jetzt jagen, tragen daran auch Verantwortung: "Viele Fischereivereine haben dem Druck ihrer Angler nachgegeben", weiß Kurt Metzger und die Welse ausgesetzt. Denn an sich ist der Fisch sehr beliebt. Nicht nur wegen seiner Größe: "Er schmeckt sehr gut", sagt Kurt Metzger. An einigen Stauseen in Europa gibt es geradezu einen richtigen Wels-Tourismus. Nichtdestotrotz angeln die Hohenloher Angler weiter gegen die großen Welse an, und Kurt Metzger sagt: "Wir haben ihnen den Kampf angesagt." |
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(aus der Heilbronner Stimme 27.06.2003) |