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Durchgängigkeit am Altböllinger Hof zwischen Biberach und Obereisesheim wiederhergestellt:
Bei einer Gewässerbegehung im Frühjahr 2004 mit Vertretern der zuständigen
Wasserbehörde wurde festgestellt, dass die Stauhaltung am Fuße des
Altböllinger Hofes nicht mehr benötigt wird. Die Stauhaltung sollte im Falle
eines Feuers der Feuerwehr zur Wasserentnahme dienen. Inzwischen ist hierfür
eine eigene Wasserversorgung installiert und die Stauhaltung somit
überflüssig geworden. Die Staueinrichtung wurde im Laufe des Jahres 2004
entfernt und somit die Durchgängigkeit für Fische und andere im Wasser
lebende Organismen, der so genannte Makrozoobenthos, wiederhergestellt. Die
freie Durchwanderbarkeit der Fließgewässer ist für alle im Wasser lebenden
Tiere von essentieller Bedeutung. Nicht nur die alljährliche Laichwanderung
zu den meist flussaufwärts gelegenen, gut durchströmten Laichgebieten
fordert diese Maßnahme, sondern auch jahreszeitlich bedingte Situationen,
zwingen Fische verschiedenste Habitate aufzusuchen, wie z.B. geeignete
Nahrungsgebiete, Wintereinstände, Verstecke, Jungfischhabitate, ... |
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vorher |
nachher |
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Der Böllinger Bach am Fuße
des Altböllinger Hofes: Eine unpassierbare Stauhaltung mit einer
Höhendifferenz von ca. 80cm verhindert jegliche Wanderung von im Wasser
lebenden Tieren. Deutlich ist die Aufschlammung im Bereich des Wehres zu
erkennen. Sie erstickt alles Leben in der Gewässersohle des Baches => die
Selbstereinigungskraft geht verloren. |
Ein Jahr später: Die roten
Pfeile markieren die Reste der entfernten Staumauer. Der Bach hat sein
Gesicht wiederbekommen. Die Schlammablagerungen wurden durch die erhöhte
Fließgeschwindigkeit abgetragen => die Sohle wird wieder durchströmt und mit
Sauerstoff versorgt => das Leben kehrt in diesem Bereich wieder zurück =>
die Selbstreinigungskraft nimmt zu... |
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Die Stauwurzel = der
Einflussbereich des Wehres, in dem es aufgrund reduzierter
Fliessgeschwindigkeit (=>geringe Schleppkraft) zur Aufschlammung/Sedimentation
kommt. Hier ist die Gewässersohle komplett mit Schlamm bedeckt =>
Sauerstoffmangel in der Sohle ist die Folge => Fäulnisprozesse bewirken die
Bildung von stinkendem Faulschlamm => Erschütterungen bewirken Ausgasungen
von Schwefelwasserstoff => hier ist kaum mehr Leben im Wasser möglich. |
Auch der Bereich des
Oberwassers hat sich in der kurzen Zeit weitestgehend regeneriert. Die
Schlammablagerungen sind auch hier in großen Teilen abgetragen worden. Die
erhöhten Schleppkräfte des Gewässers transportieren wieder Geröll den Bach
hinunter => Geschiebeaktivierung verhindert eine weitere Tiefenerosion des
Gewässers. Dieser Abschnitt wird nun wieder von vielen Arten als neuer
Lebensraum zurückerobert... |
...weitere Hindernisse am Böllinger Bach, für die
es gilt eine Lösung zu finden...
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Ehemaliges Mühlwehr beim Altböllinger Hof
=> außer Funktion: da keine Aufstiegshilfe vorhanden ist, kann das Wehr
nicht passiert werden => unüberwindbares Wanderhinderniss. |
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Wehranlage beim Tierheim in
Obereisesheim: Dieses gewaltige Wehr überbrückt eine Höhendifferenz von
3-4m. Der Böllinger Bach unterquert im Anschluss an das Wehr in einem etwa
250m langen Tunnel die Neckartalstraße und das Tierheim... |
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Mündungsbereich des Böllinger
Bachs: Die Schlüsselstelle für die Besiedlung des Böllinger Baches mit neuem
Leben stellt die Mündung in den Alten Neckar bei Neckarsulm in Höhe des
Parkplatzes Kolbenschmidt dar. Hier verhindert ein ca. 2m hoher,
unüberwindbarer Sturz, das Einwandern jedweder Art. Viele Fische steigen aus
den großen Flüssen in kleine Seitengewässer auf, da sie dort jahreszeitlich
bedingt besser geeignete Lebensbedingungen finden. So stehen Jahr für Jahr
tausende Fische vor der Mündung des Böllinger Baches und warten vergebens
dort Einlass zu erhalten... |